Didgeridoo-Schwulenporno sorgt in Australien für Empörung

Das Instrument der australischen Ureinwohner so zu missbrauchen, sei "rassistisch"

Didgeridoo me
men.com

Pornoproduktionen sind ja durchaus kreativ, wenn es darum geht, neue Spielarten der schönsten Nebensache der Welt zu zeigen. Doch nun ist das US-amerikanische Schwulenporno-Label men.com gehörig ins Fettnäpfchen getreten: Es zeigt ein Pärchen, das Sex mit einem Didgeridoo hat. Unter den australischen Ureinwohnern gilt dieses Instrument als heilig. Dementsprechend hält sich dort auch die Freude mit der Szene in Grenzen.

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Der Clip mit den beiden Darstellern Aspen und Jack Hunter wurde dieses Monat veröffentlicht. Er zeigt, wie einer der beiden Männer aufwacht, weil der andere ein Plastik-Didgeridoo spielt. Nachdem er einigermaßen munter ist, rächt er sich dafür – indem er versucht, seinen Freund mit dem 150 Zentimeter langen Instrument zu penetrieren.

„Didgeridoos schaffen ein einmaliges Geräusch, und können tief in einen Arsch gehen“, lautet die Beschreibung von men.com für die Szene. Clips davon wurden unter anderem auf Tumblr und Twitter geteilt – und sorgten dort für Empörung.

Für australische Ureinwohner ist das Didgeridoo ein heiliges Instrument

Denn das Didgeridoo, ein Instrument das von den Ureinwohnern im Westen Australiens erfunden wurde, hat bei vielen Stämmen einen ganz besonderen Status. So wird es bei bestimmten Zeremonien verwendet und gilt als heilig. Der australische Aboriginies-Aktivist Nathan Appo schrieb auf Twitter: „Das Didgeridoo ist ein spezielles Instrument das unser Volk seit Jahrtausenden verwendet, um Geschichten über die Traumphasen zu erzählen.“ Es gilt auch als eines der ältesten Musikinstrumente der Menschheitsgeschichte.

Das Video sei deshalb „unglaublich respektlos gegenüber australischen Aboriginies-Gemeinschaften“, schreibt die australische Zeitung „Star Observer“, und ein Leser kommentiert: „Das ist unglaublich rassistisch und kulturell offensiv – lacht nicht, seid wütend!“ Appo hofft auch, das sich men.com „öffentlich entschuldigt und dem Didgeridoo den Respekt gibt, den es verdient“, wie er auf Twitter schreibt. Bis jetzt gibt es allerdings noch keine offizielle Stellungnahme des Pornolabels.