Zwei Tage vor World Pride: Drei Dschihadisten in Madrid festgenommen

Madrid erhöht Sicherheitsvorkehrungen zum World Pride massiv

Madrid: Verhaftung Dschihadist
Spanisches Innenministerium

In Madrid wurden drei mutmaßliche Dschihadisten verhaftet. Das hat das spanische Innenministerium am Mittwoch bekanntgegeben. Die Verhaftungen fanden zwei Tage vor dem Start der Feierlichkeiten zur World Pride statt, für die sich zwei Millionen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans-Personen in der spanischen Hauptstadt treffen.

Bei den Verhafteten wurden Anleitungen für einen Selbstmordanschlag gefunden

Bei einem der Verhafteten soll es sich um einen 32-jährigen Marokkaner handeln. Er gilt als sehr gefährlich und hochgradig radikalisiert. Der Mann soll auch Verbindungen zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) haben. Bei ihm wurde eine große Menge einschlägiges Material gefunden, darunter auch Anleitungen zur Vorbereitung terroristischer Attacken wie einem Selbstmordanschlag. Nun analysiert die spanische Nationalpolizei diese Unterlagen.

Die drei Männer teilten sich eine Wohnung. Der Radikalisierte soll die beiden anderen, ebenfalls Marokkaner im Alter von 33 und 38 Jahren, für eine IS-Mitgliedschaft geschult haben, so das Innenministerium. Er wurde als „deutliches Sicherheitsrisiko für die Sicherheit“ in Spanien eingestuft, so das Innenministerium. Sein Profil ähnle jenem von „Terroristen, die neulich in Anschläge in Großbritannien und Frankreich involviert waren“.

Mit Hunden, schweren Waffen und in der Luft: Die spanische Polizei rüstet sich für die World Pride

Die Verhaftung fand zwei Tage vor dem Start der World Pride in Madrid statt: Von 23. Juni bis 2. Juli finden zahlreiche Veranstaltungen für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans-Personen statt. Höhepunkt wird die Parade am 1. Juli durch das Zentrum der spanischen Hauptstadt sein. Insgesamt werden zwei Millionen Besucher erwartet.

Madrid hat anlässlich der World Pride seine Sicherheitsvorkehrungen erhöht: Im Land herrscht bereits Sicherheitsstufe vier von fünf. So wird die Polizei während der World Pride verstärkt mit stark bewaffneten Kräften bei Bahnhöfen, Busstationen und dem Flughafen patrouillieren. Schwerfahrzeuge dürfen zu bestimmten Zeiten nicht im Stadtzentrum fahren. Die Polizisten werden Doppelschichten zu 16 Stunden schieben, um die Sicherheit der Teilnehmer zu garantieren.

„Es wird ein kritischer Moment“, sagt ein Insider

Polizei, Rettung und Feuerwehr werden bei der Parade am 1. Juli mit mehr als 1.000 Personen bereitstehen. Die 600 Beamten der Madrider Spezialeinheit werden von Kollegen aus anderen Landesteilen unterstützt. Auch berittene Polizisten und Beamte mit Hunden werden durch Madrid patrouillieren. Lufteinheiten werden das Geschehen mit Hubschraubern beobachten.

„Es ist ein kritischer Moment“ für Madrid, zitiert „El País“ spanische Terrorismusbekämpfer. Die spanischen Geheimdienste überprüfen auch die Wege von mutmaßlichen Gefährdern und überprüft auch Reisende aus der EU oder den USA, die eine zusätzliche Gefahr darstellen könnten.