Gus Kenworthy küsst seinen Freund live im US-Fernsehen

NBC Sports zeigt den Kuss und erklärt, dass Matt Wilkas sein Partner ist

Gus Kenworthy und Matt Wilkas
Screenshot: NBC Sports

Es war vermutlich der erste gleichgeschlechtliche Kuss bei Olympischen Spielen, der am Samstag über die internationalen Fernsehleitungen lief: Bevor der offen schwule US-Freestyler Gus Kenworthy im Slopestyle-Bewerb startete, gab er vor allen Kameras seinem Freund Matt Wilkas einen Kuss.

Für Gus Kenworthy war der Kuss keine einfache Sache – aber er ist stolz darauf

Und: Der Kommentator des US-Senders NBC erklärte während der Übertragung auch, dass Wilkas der Partner von Kenworthy sei. Außerdem zeigte der Sender auch Fans, darunter auch die Familie des Freestylers, mit Regenbogenflaggen. Das ist nicht selbstverständlich: Noch bei den Sommerspielen in Rio wurden gleichgeschlechtliche Partner der teilnehmenden Sportler von den Kommentatoren nicht immer erwähnt.

„Das war etwas, vor dem ich selbst zu viel Angst hatte“, sagte Kenworthy nach dem Bewerb. „In der Lage zu sein, das zu tun, ihm einen Kuss zu geben, diese Zuneigung in die ganze Welt zu senden, ist unglaublich. Die einzige Möglichkeit, Wahrnehmungen zu verändern, Barrieren zu zerschlagen, Homophobie zu zerschlagen, ist, es offen zu zeigen. Das ist sicher nichts, das ich als Kind hatte. Ich habe nie gesehen, wie ein schwuler Athlet bei Olympischen Spielen seinen Freund küsst. Ich glaube, wenn ich das gesehen hätte, hätte es mir das leichter gemacht.“

Sportlich konnte der 26-Jährige dieses Mal nicht überzeugen

Im Bewerb selbst lief es für Kenworthy dann nicht so gut. Der 26-Jährige, der bei den Olympischen Spielen in Sotschi noch Silber geholt hatte, erreichte diesmal nur abgeschlagen den zwölften Rang. Im Training hat sich der US-Amerikaner vor einigen Tagen einen Daumen gebrochen – danach sagte er, ein Kuss von Wilkas habe alles besser gemacht.

Wie es mit der sportlichen Karriere von Gus Kenworty weitergeht, ist unklar – beim Slopestyle-Bewerb war er der zweitälteste Bewerber. Gegenüber dem Online-Magazin Outsports hat er im Jahr 2016 angedeutet, dass er sich nach der aktiven Schauspiel-Karriere einen Wechsel ins Schauspielfach vorstellen könnte: „Ich mag Schauspielen. Das würde ich nach dem Schifahren gerne ausprobieren. Ich habe viele Interviews und so für das Fernsehen gegeben, ich bin also vor der Kamera nicht wirklich nervös.“