Felix Jaehn: Darum outet sich der Star-DJ erst jetzt

„Früher lag ich oft nachts wach, weil ich einen wichtigen Teil meines Lebens in der Öffentlichkeit komplett ausgeblendet habe, nämlich die Liebe“

Felix Jaehn
Felix Jaehn/Instagram

In einem sehr persönlichen Artikel für das aktuelle Zeit Magazin outet sich der Musikproduzent Felix Jaehn als bisexuell – und schreibt auch über die Konflikte, die er deshalb mit sich selbst hatte.

„Früher lag ich oft nachts wach, weil ich einen wichtigen Teil meines Lebens in der Öffentlichkeit komplett ausgeblendet habe, nämlich die Liebe“, beginnt der 22-Jährige den Text, dem er den Titel „Ich träume davon, den Menschen zu finden, mit dem ich mein Leben teilen möchte“ gegeben hat.

Mit seinem ersten eigenen Album möchte der 22-Jährige auch „sein ganzes Ich“ zeigen

Er erzählt, dass er in der Vergangenheit in Interviews Fragen nach seinem Frauentyp oder einer Freundin so weit wie möglich ausgewichen sei. Doch in seinem aktuellen Album „I“, dem ersten eigenen, möchte er nun „sein ganzes Ich“ zeigen und offener über seine Gefühle reden.

Sein früheres Innenleben beschreibe dabei der Song „Don’t Say Love“ ganz gut, erklärt Jaehn. „I’m afraid of what I feel / You are ready / Am I ready?“, heißt es dort. Das Lied handle von einer Situation, in der er Zweifel hatte, eine Beziehung mit einem Mädchen einzugehen – weil er auch Burschen „gut finde“ und sich auch in einen Mann verlieben könne, wie der 22-Jährige schreibt.

Seine Geschwister, Eltern und Freunde hielten auch nach dem Coming Out zu Felix Jaehn

Diesen inneren Konflikt versuchte Felix Jaehn zunächst, alleine mit sich auszumachen – bis er sich schließlich auch seinen Brüdern und Eltern anvertraute. Seine Brüder hätten „toll reagiert“, auch die Gespräche mit den Eltern hätten „viel Druck von mir genommen“, schreibt der DJ und Produzent: „Denn meine Gefühle, mit denen ich so lange gerungen hatte, waren letztlich überhaupt kein Problem“.

Felix Jaehn ist in einem kleinen Dorf an der Ostsee groß geworden. „Dort bekam ich als Kind vorgelebt, dass es nicht normal sei, sich als Junge in Jungs zu verlieben“, erinnert er sich – und das habe ihn beeinflusst.

Er sieht sich als bisexuell: „Mal war ich eher an Mädchen interessiert, mal eher an Jungs“

Der 22-Jährige definiert sich selbst als bisexuell: „Mal war ich eher an Mädchen interessiert, mal eher an Jungs“ Seitdem schlafe er auch ruhiger – und träumt davon, den Menschen zu finden, mit dem er sein Leben teilen könne.

Felix Jaehn ist einer der erfolgreichsten Musikproduzenten Deutschlands. Seinen Durchbruch schaffte der 22-Jährige mit einem Remix des Songs „Cheerleader“ des jamaikanischen Sängers Omi. Sein in der letzten Woche erschienenes erstes Album „I“ erreichte bis jetzt Platz fünf der deutschen Charts. Seine Singles erzielten weltweit bislang acht mal Gold, 76 mal Platin und ein Mal Diamant.