Donnerstag, 30. Mai 2024
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Wegen Ehe-Öffnung: Erzbischof von Liechtenstein streicht Messe mit Abgeordneten

Hasstirade gegen sexuelle Minderheiten im Amtsblatt der Liechtensteiner Erzdiözese

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Kirchlicher Ärger um die mögliche Öffnung der Ehe im Fürstentum Liechtenstein: Weil sich eine große Mehrheit der Landtagsabgeordneten dafür ausspricht, die Ehe auch gleichgeschlechtlichen Paaren zu öffnen, streicht der Vaduzer Erzbischof Wolfgang Haas den traditionellen Gottesdienst für die Landtagsabgeordneten – und macht im Amtsblatt der Kirche Propaganda gegen gleichgeschlechtlich liebende Menschen.

Dem Liechtensteiner Kirchenfürst ist der Landtag zu LGBTI-freundlich

Vor wenigen Wochen hatte das Parlament von Liechtenstein die Regierung mit überwältigender Mehrheit die Regierung aufgefordert, einen Entwurf zur Öffnung der Ehe zu erstellen: 23 von 25 Abgeordneten waren dafür, auch in Liechtenstein zu ermöglichen, was in den beiden Nachbarländern Österreich und Schweiz bereits geht. 

Dagegen stemmt sich nun Erzbischof Haas: Er erklärte in einem Artikel des kirchlichen Amtsblatts, dass für ihn deshalb der Zeitpunkt gekommen sei, „von dem sogenannten Heilig-Geist-Amt zur Eröffnung der Landtagssessionen abzusehen“, da der Gottesdienst im Hinblick auf das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten „in einer wesentlichen Angelegenheit der christlichen Ethik keinen Sinn mehr ergibt“.

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Die „Pseudo-Ehe“ gleichgeschlechtlicher Paare widerspricht dem „Naturrecht“

Die „Pseudo-Ehe“ von gleichgeschlechtlichen Paaren widerspreche „dem natürlichen Empfinden, dem vernunftgemäßen Naturrecht wie insbesondere dem christlichen Verständnis des Menschen, wie es der göttlichen Schöpfungsordnung entspricht“, so der Erzbischof.

Denn Haas zufolge würde die Öffnung der Ehe „mit all den damit verbundenen Auswüchsen“ auch in Schulen und Kindergärten zu einem „moralischen Dammbruch“ führen. Das sei „bereits in verschiedenen Ländern festzustellen“, in denen „Gender- und LGBT-Propaganda bis in die Schulen hinein gelangt ist“.

Der Erzbischof gilt als einer der lautesten Gegner von LGBT-Rechten im Fürstentum Liechtenstein. Bereits im September hatte er erklärt, dass er den Kampf gegen die Ehe-Öffnung als „heilige Pflicht“ ansehe. Im Sommer boykottierte Haas ein Firmessen mit dem Bürgermeister der Gemeinde Schaan, weil dort die erste Pride des Fürstentums stattfand und der Politiker dort teilnahm.