Donnerstag, 29. Februar 2024
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Trans Leichtathletinnen ab April von Bewerben ausgeschlossen

Trans Athletinnen, die nicht als Frau durch die Pubertät gegangen sind, können künftig in der Leichtathletik nicht mehr bei Frauen-Bewerben teilnehmen. Das hat der Weltverband beschlossen.

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Es ist eine folgenschwere Entscheidung mit Symbolwirkung, die der Leichtathletik-Weltverband gestern, Donnerstag, getroffen hat: Bereits ab 31. März dürfen trans Athletinnen, die nicht als Frau durch die Pubertät gegangen sind, an den internationalen Spitzenwettkämpfen für Frauen teilnehmen.

Die „weibliche Kategorie in unserem Sport“ soll geschützt werden

„Der World Athletics Council hat heute entschiedene Maßnahmen ergriffen, um die weibliche Kategorie in unserem Sport zu schützen und dies zu tun, indem er die Teilnahme von Trans-Athleten einschränkt“, so Präsident Sebastian Coe in Monaco nach der Sitzung des Weltverbandes.

Die Begründung des Verbandes: Selbst wenn trans Sportlerinnen ihren Testosteronspiegel mit Medikamenten senken, hätten sie – wenn sie die Pubertät nicht als Frau durchlaufen hätten – Vorteile gegenüber anderen Starterinnen. Deshalb dürfen nur mehr trans Frauen, die mit der Geschlechtsangleichung vor dem 13. Lebensjahr begonnen haben, an internationalen Wettbewerben in der weiblichen Kategorien teilnehmen.

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Derzeit ist niemand von den Regelungen betroffen

„Allerdings gibt es derzeit keine Transgender-Athletinnen, die international in der Leichtathletik antreten, und folglich keine leichtathletikspezifischen Beweise für die Auswirkungen, die diese Athletinnen auf die Fairness des weiblichen Wettbewerbs in der Leichtathletik haben würden“, schränkt der Verband ein.

Die Entscheidung des Leichtathletik-Weltverbandes ist das Ergebnis zweimonatiger Beratungen. So haben sich Vertreter:innen des Verbandes unter anderem mit Vertretern des IOC sowie von Trans- und Menschenrechtsorganisationen getroffen. 

In einem Jahr soll die Regelung überprüft werden

Doch die Entscheidung ist nicht in Stein gemeißelt: In den nächsten zwölf Monaten soll eine Arbeitsgruppe die Sinnhaftigkeit der neuen Regel überprüfen, auch im Dialog mit trans Personen. Sobald mehr Fakten vorliegen würden, „werden wir unsere Position überprüfen. Aber wir glauben, dass die Integrität der weiblichen Kategorie in der Leichtathletik an erster Stelle steht“, so Coe.

Eine eigene Kategorie für trans Athlet:innen soll es nicht geben. Damit kommt die Regelung praktisch einem Startverbot gleich.

Auch für Athletinnen mit erhöhtem Testosteronspiegel gibt es strengere Regeln

Verschärft werden auch die Regeln für Sportlerinnen, die aufgrund ihrer Geschlechtsentwicklung einen erhöhten Testosteronspiegel haben. Zu ihnen gehört Caster Semenya aus Südafrika, die bei den Olympischen Spielen 2012 und 2016 Gold über 800 Meter gewonnen hatte.

Um an internationalen Wettbewerben teilnehmen zu können, müssen sie ihren Testosteronspiegel auf 2,5 nmol/l (vorher 5 nmol/l) für mindesten sechs Monate vor dem Sportevent drücken. Um am 400 Meter-Lauf teilnehmen zu können, muss sogar zwei Jahre vor dem Wettkampf der vorgegebene Testosteron-Wert erreicht werden.

In der Praxis heißt das, dass betroffene Athletinnen wie Semenya, Christine Mboma aus Namibia, die bei den Olympischen Spielen in Tokio Silber über 200 Meter gewonnen hatte und Francine Niyonsaba aus Burundi, die bei Olympia 2016 hinter Semenya Zweite wurde, dieses Jahr wahrscheinlich nicht an der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Budapest teilnehmen können werden.

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