Montag, 27. Mai 2024
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Zoff um Home Office: Grindr verliert fast die Hälfte der Beschäftigten

Kein Match gibt es derzeit zwischen der beliebten Dating-App Grindr und ihren Mitarbeitern: Weil sie künftig zwei Tage verpflichtend ins Büro sollen, hat fast die Hälfte aller Mitarbeiter:innen gekündigt.

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Das Ende der großzügigen Home-Office-Regelung wird für die beliebte Gay-Dating-App Grindr zum Problem. Wie die New York Post unter Berufung auf die Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) berichtet, soll Grindr den Mitarbeiter:innen im August eine Frist von zwei Wochen gesetzt haben.

Sollte die Gründung eines Betriebsrats verhindert werden?

In dieser Zeit sollten sie sich entscheiden, ob sie in ein Hub-Büro von Grindr umziehen und zwei Tage pro Woche vor Ort arbeiten oder ihr Arbeitsverhältnis kündigen wollten. Für 80 der rund 180 Beschäftigten des Unternehmens, rund 45 Prozent, war die Entscheidung einfach: Sie kündigten.

Verbliebene Mitarbeiter:innen vermuten, dass der Hintergrund des recht kurzen Ultimatums der Versuch der Unternehmensführung sein soll, die Gründung eines Betriebsrats zu verhindern. Die Belegschaft hatte am 20. Juli ihre Absicht bekundet, sich über die CWA gewerkschaftlich organisieren zu wollen.

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So soll Grindr jenen Beschäftigten, die die Firma verlassen wollen, ein Abfindungspaket versprochen haben. Für Erick Cortez, einem Mitglied von Grindr United-CWA, ist klar: Grindr will „die Beschäftigten zum Schweigen bringen und davon abhalten will, unser Recht auf gewerkschaftliche Organisierung wahrzunehmen, egal was es kostet“.

Grindr-Chef George Arison spielt das Problem herunter

Das könnte Auswirkungen auf die beliebte Dating-App haben. Die Entscheidungen der Firma „haben dazu geführt, dass Grindr gefährlich unterbesetzt ist, und werfen Fragen über die Sicherheit und Stabilität der App für die Nutzer auf“, so Cortez. Diese seien massiv gefährdet, weil nicht mehr genügend Beschäftigte übrig seien, um einen reibungsfreien Betrieb zu gewährleisten.

Bei Grindr sieht man das erwartungsgemäß anders. Auf einer Goldman-Sachs-Konferenz in San Francisco Anfang der vergangenen Woche hatte Grindr-Chef George Arison den Stellenabbau als „zu erwarten“ bezeichnet. Er werde „die Bilanz des Unternehmens verbessern“. Man brauche „kein so großes Team, um die Dinge zu tun, die wir tun müssen“.