Montag, 27. Mai 2024
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Szenesterben in Wien: Das F56 hat seine Pforten für immer geschlossen

Die Wiener Szene ist um eine beliebte Location ärmer: Das F56 in der Florianigasse hat für immer seine Pforten geschlossen.

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Es war eine kurze Nachricht, die der Geschäftsführer des F56 auf Facebook gepostet hat: Das Lokal bleibe „mit sofortiger Wirkung für immer geschlossen“. Ein letzter Dank gibt an die treuen Gäste – besonders an jene, die „uns vor allem nach der Corona-Krise in der letzten Zeit besondere Treue und Loyalität bewiesen haben“.

Eine legendäre Cruising-Bar ist nicht mehr

Damit gibt es in Wien wieder ein Szene-Lokal weniger. Das F56 war die einzige Szene-Adresse im achten Wiener Gemeindebezirk, eine Cruising-Bar, bei der von hartem Sex bis tiefgreifenden Gesprächen alles möglich war.

Das Lokal war einer der Nachfolger des legendären Losch, dem ehemaligen Clublokal der LMC Vienna. Nach einem vereinsinternen Streit eröffnete der beim Verein verbliebene Teil das Hard On, während die andere Gruppe zunächst im Losch blieb und dann im Frühjahr 2017 das F56 eröffnete.

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Das 300 Quadratmeter große Lokal in der Florianigasse 56 bot eine große Bar, einen Darkroom und eine gut ausgestattete Cruising-Area. Mehrmals im Jahr fanden auch Veranstaltungen mit Gästen aus vielen Teilen Europas statt.

Corona noch überstanden, doch die hohe Inflation war der Todesstoß

Während das F56 die Corona-Krise für ein Lokal der Nachtgastronomie noch verhältnismäßig gut überstanden hatte, waren die langfristigen Veränderungen im Fortgeh-Verhalten, auch bedingt durch die hohe Inflation, und die steigenden Kosten für das engagierte Team nicht mehr zu stemmen.

Das Ende des F56 ist die zweite Hiobsbotschaft für die Wiener Community innerhalb weniger Wochen. Erst am vergangenen Wochenende hatte der letzte „Circus“, Österreichs größtes Gay-Clubbing, in der Arena stattgefunden. Grund hierfür waren allerdings neue Anrainer, die für eine Vorverlegung der Sperrstunde auf 2.00 Uhr gesorgt haben.