Sonntag, 16. Juni 2024
Ein Film, der nicht nur unterhält, sondern auch gesellschaftliche Fragen aufgreift und auf charmante Weise behandelt.
HomeMagazinFilmtipp "What a Feeling": Von der Midlife Crisis zu Schmetterlingen im Bauch

[Video] „What a Feeling“: Von der Midlife Crisis zu Schmetterlingen im Bauch

"What a Feeling" ist eine bemerkenswerte Mischung aus Komödie und Drama, die Zuschauer gleichzeitig unterhält und zum Nachdenken anregt. Die herausragenden Leistungen der Hauptdarstellerinnen, kombiniert mit der geschickten Regie und einem lebhaften Drehbuch, machen diesen Film zu einem unvergesslichen Kinoerlebnis.

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Mit „What a Feeling“ ist der österreichischen Regisseurin Kat Rohrer ein beeindruckendes Filmdebüt gelungen – nicht nur, weil sie für die beiden Hauptrollen mit Caroline Peters und Proschat Madan zwei Publikumslieblinge für sich gewinnen konnte. Auch die Geschichte und die Erzählweise in all ihren Facetten machen den Film zu einem echten Gustostückerl des heimischen Films.

Wenn die Berliner Ärztin über die Wiener Tischlerin stolpert…

Im Herzen von „What a Feeling” steht eine unverhoffte Liebesgeschichte, die ebenso herzerwärmend wie komplex ist. Der Film beginnt mit der etablierten Ärztin Marie Theres, dargestellt von Peters, der ihr Ehemann verkündet, sich künftig aus der schnöden Konsumwelt ausklinken zu müssen – und dazu gehören auch seine Ehe und Marie Theres.

Daraufhin säuft sich Marie an und landet in einer Lesbenbar. Dort trifft sie auf Fa, gespielt von der großartigen Proschat Madani. Fa ist eine lebensfrohe Tischlerin iranischer Abstammung, die Maries Weltbild herausfordert und ihr zeigt, dass Liebe keine Grenzen kennt. Als sich die Wege der beiden Frauen wieder kreuzen, kommen sie einander näher, bis es funkt.

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Die Themen des Films werden mit einem Augenzwinkern ernst genommen

Die Handlung entwickelt sich vor der Kulisse der Donaumetropole, deren nächtliche Szenerie sowohl metaphorisch als auch ästhetisch die innere Reise der Protagonistinnen widerspiegelt. Die Begegnungen der beiden Frauen sind durchdrungen von einer Mischung aus Zufall und Schicksal, die den Zuschauer sofort in ihren Bann zieht und ihn mitfiebern lässt. 

Kat Rohrer gelingt es dabei meisterhaft, die Themen Selbstakzeptanz und die Suche nach Identität in der zweiten Lebenshälfte zu erkunden, ohne dabei in Klischees zu verfallen. Sie schafft es mit einem Augenzwinkern, ernste Themen wie das Coming-Out und die interkulturellen Spannungen, die durch die Herkunft mit sich gebracht werden, mit einem humorvollen Unterton zu behandeln.

Ein cineatisches Feuerwerk für Verstand und Augen

Die Dialoge sind scharf und witzig, bieten aber auch Raum für tiefere, nachdenkliche Momente. Peters und Proschat Madani bringen ihre Figuren mit einer solchen Authentizität und Chemie zum Leben, dass die Zuschauer nicht anders können, als mit ihnen zu fühlen. Die Stadt bietet dabei einen Hintergrund für die Liebesgeschichte, die in einer Gesellschaft spielt, die mit ihren eigenen Modernitätsansprüchen ringt.

Auch visuell ist „What a Feeling” ein Fest für die Sinne. Die Kameraführung fängt die architektonische Schönheit Wiens ebenso ein wie die intimen Momente zwischen Marie und Fa. Die musikalische Untermalung, darunter auch der titelgebende Song, verleiht dem Film eine zusätzliche emotionale Ebene, die sowohl nostalgisch als auch erfrischend neu wirkt.

Rohrer behandelt ihre Figuren mit einer Sensibilität und Respekt, die in vielen modernen Filmen fehlt. Sie schafft es, eine Geschichte zu erzählen, die so einzigartig und persönlich ist, dass sie uns alle berührt. Es geht um Liebe, Akzeptanz und den Mut, sich selbst treu zu sein – Themen, die uns alle betreffen.

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What a Feeling
Österreich, 2024 | Komödie/Drama | 110 Minuten
Regie: Kat Rohrer | Besetzung: Proschat Madani, Caroline Peters, Anton Noori
Ein Film, der nicht nur unterhält, sondern auch gesellschaftliche Fragen aufgreift und auf charmante Weise behandelt.[Video] "What a Feeling": Von der Midlife Crisis zu Schmetterlingen im Bauch