Olympia: Lesbische Liebe im deutschen Lager

Wenn die olympischen Spiele in Peking beginnen, werden im deutschen Lager zwei Frauen daran teilnehmen, die sich lieben. Für die Deutsche „Bild“-Zeitung sprechen Radfahrerin Judith Arndt und ihre Trainerin und Lebensgefährtin Petra Roßner über ihre Liebe.

Petra Roßner hatte zuvor Beziehungen mit Männern. Sie wollte ihren Freund 1992 nach ihrem Olympiasieg sogar heiraten: „Ich habe keine schlechten Erfahrungen mit Männern gemacht, auch nicht mit meinem damaligen Freund. Ihm musste ich trotzdem irgendwann mal sagen, dass ich mich in eine Frau verliebt habe. Er hat sehr verständnisvoll reagiert.“, sagt sie der Zeitung. Auch Judith Arndt liebte zunächst Männer. „Eine Frau zu lieben, bedeutet blindes Verständnis. Ein Mann merkt oft gar nicht, dass man schlechte Laune hat. Und: Frauen küssen besser!“, erklärt Roßner. Seit 1995 kennen sich die beiden aus dem Radzirkus. Doch gefunkt hat er erst Ende der 90er. Seit 2000 leben sie zusammen in einem Haus in Leipzig. Roßner: „Es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Wir waren jeweils mit Frauen zusammen.“

Ihr größter Traum sind Kinder. Petra Roßner ist sich sicher: „Es wird der Tag kommen, an dem wir Kinder haben. Es ist der große Wunsch, dass sowohl Judith als auch ich ein Kind bekommen. Ich bin schon über 40 – deshalb ist klar, dass ich es schon länger probiere.“ Eine Eingetragene Partnerschaft wollen die beiden nicht eingehen. „Wir homosexuellen Paare“, findet Roßner, „haben immer noch nicht die gleichen Rechte wie die Heteros. Auch deshalb planen wir keine Hochzeit.“