Homosexuelle „geschützte Minderheit“ in den Niederlanden?

Ein holländischer Parlamentsabgeordneter möchte die Amsterdamer Canal Pride am Samstag nutzen, um aufzuzeigen, wie die niederländische Regierung noch immer sexuelle Minderheiten diskriminiert.

Boris van der Ham von der sozialliberalen Partei „D66“ möchte, dass Homosexuelle als geschützte Minderheit in die Niederländische Verfassung aufgenommen werden. Gründe dafür gibt es lauf van der Ham genug: Die Zahl der schwulenfeindlichen Angriffe in Amsterdam nimmt zu, bei der letztjährigen Parade war das erste Mal auch ein „Hetero-Boot“ dabei, um gegen diese Attacken zu protestieren. Eine Umfrage der Politsendung „EenVandaag“ hat ergeben, dass sich mehr als die Hälfte der Lesben und Schwulen in der Niederlanden sich nicht so sicher fühlt wie ein Jahr zuvor. 12 Prozent der Angriffe auf Lesben und Schwulen sind körperliche Gewalt. Trotzdem glauben 61 Prozent der Niederländer, darunter viele Lesben und Schwule, dass das Land nach wie vor freundlich gegenüber Homosexuellen ist.

Die christdemokratische Regierung will die Akzeptanz von Lesben und Schwulen im Land aktiv vorantreiben, nachdem die homophoben Attacken zugenommen haben. Auch die Gewerkschaft hat ein Netzwerk aufgebaut, um Schwule und Lesben am Arbeitsplatz zu unterstützen. Denn: „Lehrer, zum Beispiel, trauen sich nicht, offen über ihre Sexualität zu sprechen, weil die Schüler immer intoleranter werden“, erklärt ein Sprecher der Gewerkschaft.