USA: Schwuler Abgeordneter will Cannabis legalisieren

Der offen schwule US-Kongressabgeordnete Barney Frank hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der den Besitz von geringen Mengen Cannabis legalisieren soll.

Was an Amsterdamer Coffeeshops erinnert, hat aber einen ernsten Hintergrund: Cannabis bekämpft bei Aids- und Krebspatienten die Symptome besser als die teureren Produkte der Pharma-Industrie. In einer britischen berichten HIV-Positive von verbessertem Appetit (97 Prozent), reduzierten Muskelschmerzen (94 Prozent), verminderter Übelkeit (93 Prozent), Reduktion von Angst (93 Prozent) sowie von anderen positive Faktoren nach der Einnahme von Cannabis.

Deshalb hat der Demokrat Frank, der seit 1981 ununterbrochen im Repräsentantenhaus in Washington sitzt, den Entwurf für „Gesetz über den persönlichen Gebrauch von Marihuana durch mündige Erwachsene“ eingebracht, gemeinsam mit dem Republikaner Ron Paul. Geht es nach den beiden, sollen Amerikaner bis zu 100 Gramm Cannabis legal bei sich führen dürfen. Der Handel mit der Droge soll weiterhin verboten bleiben.

Außerdem würde das Gesetz einen eigentümlichen Konflikt zwischen den Gesetzen einzelner Bundesstaaten und dem Bundesrecht aufheben. In zwölf Staaten ist Cannabis nämlich auf Rezept erhältlich. Wer aber zum Beispiel in Kalifornien sein Cannabis – nach kalifornischem Recht legal – aus der Apotheke holt, könnte dann nach Bunderecht wegen illegalem Drogenbesitz verhaftet werden. Was auch passiert ist – in der Vergangenheit gab es einige Prozesse gegen Schwerstkranke.

„Der größte Teil der menschlichen Aktivitäten geht die Regierung nichts an. Auch nicht, wie der Einzelne seine Freizeit gestaltet“, erklärte Frank in einer Pressekonferenz, in der er seine Pläne vorstellte. Er will mit dieser Argumentation Republikaner von seinem Programm überzeugen, die sich die Freiheit des Individuums auf die Fahnen geschrieben haben.

In Österreich hat nur die im Bundeseigentum stehende Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) die Lizenz zum legalen Anbau von THC-haltigem Hanf. Im Juli hat sie Berichten zufolge auch damit begonnen, um Schwerkranken ein besseres Leben zu ermöglichen.