Keine großen Gegendemos bei Bratislava-Parade geplant

Am Samstag findet in der slowakischen Hauptstadt Bratislava die erste Lesben- und Schwulenparade in der Geschichte des Staates statt. Ihr Name, „Dúhový Pride“, ist an die Wiener Parade angelehnt – auf Deutsch heißt sie „Regenbogenparade“. Anders als in Budapest oder Brünn werden keine ernsthaften Gegenproteste erwartet.

Zwar haben rechtsgerichtete Politiker große Gegendemonstrationen angekündigt, diese mussten allerdings wieder abgesagt werden. Lediglich die extremistische „Slovenska Pospolitost“ (Slowakische Gemeinschaft) will eine Gegenveranstaltung unter dem Motto „Für die Zukunft der Familie, gegen Perverse“ abhalten. Dieser ist aber schon im Vorfeld kein großer Erfolg beschert: Staats- und Stadtpolizei haben den Organisatoren den Schutz der Parade versichert.

Bei der offiziellen Unterstützung der Veranstaltung half den Organisatoren auch ein kleiner Trick der LGBT-Intergroup des Europäischen Parlaments: Die Abgeordneten gratulierten dem Bürgermeister von Bratislava und dem Landespolizeikommandanten in einem offiziellen Brief zur Durchführung der Parade – und kündigten die Grüne Europaparlamentarierin Ulrike Lunacek, die Co-Vorsitzende der Intergroup ist, als Teilnehmerin an.

Nichts desto trotz fordert mitregierende nationalistische „Slowakische Nationalpartei“ (SNS) ein Verbot der Parade: Gemeinden dürften Veranstaltungen absagen, in denen Gewalt oder Unanständigkeiten involviert sein könnten. SNS-Abgeordneter Jakub Gajdosik ist der Meinung, dass die Teilnahme nackter Menschen eine solche Unanständigkeit sei.

Die Parade beginnt um 14.00 Uhr in der Nähe der Oper in der Innenstadt von Bratislava, die Abschlusskundgebung findet von 16.00-18.00 Uhr statt. Erwartet werden zwischen 500 und 1000 Teilnehmern. Danach gibt es eine Afterparty.

Unterstützt wird die Parade von Bratislava übrigens auch von den Botschaften Großbritanniens, Irlands, Norwegens, Finnlands und der Niederlande.

Für alle, die bei der Regenbogenparade von Bratislava mitmarschieren wollen, bieten die Grünen Andersrum eine gemeinsame „Gruppenreise“ an: Abfahrt ist um 11.25 Uhr am Südbahnhof (Ostbahn), die ÖBB-Fahrkarte kostet in beide Richtungen 14 Euro und gilt auch für die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt. Für die Rückfahrt ist kein fixer Termin geplant, die Züge gehen bis 22.45 Uhr stündlich von Bratislava nach Wien. Und wer die Afterparty, die ab 19.00 auf einem Schiff stattfindet, nicht so früh verlassen will, kann einen der ersten Züge am Sonntag nehmen, die ab 4.28 Uhr wieder regelmäßig fahren.

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