Westerwelle ohne Partner in homo-feindliche Staaten

Ganz diplomatisch will der deutsche Außenminister Guido Westerwelle bei Reisen in jene Länder sein, in denen Homosexualität strafrechtlich verfolgt wird: Er will dann auf die Begleitung seines Partners Michael Mronz verzichten.

Während Westerwelle in der Vergangenheit homofeindlichen Staaten mit der Streichung der Entwicklungshilfe gedroht hat, gibt er sich in einem Interview mit der Illustrierten „Bunte“ liberaler: „Wir wollen den Gedanken der Toleranz in der Welt befördern. Aber wir wollen auch nicht das Gegenteil erreichen, indem wir uns unüberlegt verhalten“, so der Außenminister.

Wahrscheinlich wäre das auch wirtschaftlich unklug – schließlich zählt mit Saudi-Arabien eines der erdölreichsten Länder der Erde auf der Liste jener Staaten, in denen Homosexualität mit dem Tod bestraft wird. Dennoch sei es für Westerwelle „wichtig, dass wir unsere eigenen Maßstäbe von Toleranz leben und uns nicht die manchmal weniger toleranten Maßstäbe anderer zu eigen machen.“

In seiner Handlungsfähigkeit eingeschränkt sieht sich Westerwelle durch seine sexuelle Orientierung nicht. „Das hat sich als unbegründete Sorge herausgestellt“, so der Außenminister.

Seine Auffassung sei: „Erlaubt ist, was gefällt und keinem anderen schadet“, verriet er der „Bunten“ – ob er diese Einstellung auch in den Gesprächen mit den betroffenen Staaten klar macht, sagte er in dem Interview allerdings nicht.