Schwuler Turmspringer ermutigt Footballer zum Coming Out

In einem Interview mit der australischen Zeitung „Herald Sun“ hat der offen schwule Turmspringer Matthew Mitcham schwule Football-Spieler aufgefordert, zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen.

Damit widerspricht der 22-jährige Olympiasieger dem Footballer Jason Akermanis, der vor einigen Wochen in einer Kolumne schwulen Kollegen empfohlen hatte, sich nicht zu outen, weil seiner Meinung nach“die Welt der Australian Football League dazu noch nicht bereit“ sei: „Sich zu outen ist aus vielen Gründen nicht notwendig“, so Akermanis.

Mitcham nennt diese Einstellung „engstirnig“: „Wenn es ihnen ihre Umgebung erlaubt, sich sicher genug für ein Coming Out zu fühlen, sehe ich absoult keinen Grund, warum sie es nicht tun sollten.“ Er betont, dass der Australian Football schon seit geraumer Zeit Homophobie aktiv bekämpft. Dementsprechend wäre ein Coming Out eine logische Konsequenz. Akermanis habe sich mit seinen Aussagen selbst ins Out geschossen, so Mitcham: „Sogar sein eigener Football-Club hat gesagt, dass sie seine Meinung nicht teilen.“

Mitcham selbst ist froh, sich vor den Olympischen Spielen in Peking, bei denen er eine Goldmedaille gewonnen hat, geoutet zu haben: „Es ist ein Teil von mir, den ich liebe und genieße, und ich mag es, offen schwul zu sein. Ich sehe es als etwas Positives.“