„Don’t Ask, Don’t Tell“ kostete 193 Millionen Dollar in fünf Jahren

Dass schwule und lesbische Soldaten in den USA nicht in der Armee dienen durften, ist nicht nur eine Frage der persönlichen Einstellung – sondern auch des Geldes: Insgesamt 193,3 Millionen Dollar, also rund 150 Millionen Euro, hat „Don’t Ask, Don’t Tell“ das Pentagon von 2004 bis 2009 gekostet. Das geht aus einem Bericht des US-Rechnungshofs hervor.

Der Rechnungshof geht davon aus, dass jeder der 3664 Militärangehörigen, die während dieser Zeit wegen seiner Homosexualität entlassen wurde, den Steuerzahler durchschnittlich 52.800 Dollar gekostet hat:. „Das sind die Kosten, wenn man rausgeht, jemanden anwirbt und trainiert, um jemanden zu ersetzen, der gefeuert wurde“, erklärt Zina Merritt, eine der Autorinnen des Berichts. Besonders schmerzhaft waren die Entlassungen der etwa 1.400 Experten – für sie gab es teilweise nicht einmal Ersatz, zum Beispiel bei Arabisch-Dolmetschern.

Das Ende von „Don’t Ask, don’t Tell“ wurde im Dezember 2010 von Senat und Repräsentantenhaus beschlossen. Das US-Verteidigungsministerium arbeitet derzeit an Richtlinien, wie ein Ende des Dienstverbots für Lesben und Schwule organisatorisch am besten umgesetzt werden kann. Eingeführt wurde die Regel, nach der Homosexuelle nicht dienen dürfen, ihre sexuelle Orientierung aber auch kein Thema sein darf, im Jahr 1993 von Präsident Bill Clinton. Er wollte das Verbot abschaffen, konnte sich aber nicht durchsetzen. Seit damals mussten geschätzte 14.000 Soldaten das US-Militär wegen ihrer sexuellen Orientierung verlassen.