Sonntag, 23. Juni 2024
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„Porno-Test“ für schwule Asylwerber in EU-Kritik

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Dass Tschechien die Homosexualität von Asylwerbern mit Pornofilmen misst, hat nun Konsequenzen: Die EU-Kommission will gegen diese Praxis vorgehen.

In unserem Nachbarland müssen Männer, die wegen ihrer Homosexualität um Asyl ansuchen, im Zweifelsfall einen „phallometrischen Test“ bestehen. Dabei misst ein Draht, der rund um den Penis des Betroffenen gelegt wird, Anschwellung und Härte. Erregt ihn ein Hetero-Porno, ist die Homosexualität des Mannes für die tschechischen Behörden nur eine Ausrede.

In einem Brief an den tschechischen EU-Botschafter hat Innenkommissarin Cecilia Malmström nun klargemacht, dass diese Metode für sie „entwürdigend“ ist: „Die Praxis der phallometrischen Tests ist ein großer Eingriff in die Privatsphäre und die menschliche Würde. Diese Art der Behandlung darf in der Europäischen Union – und anderswo – nicht akzeptiert werden.“ Folter und „demütigende Behandlung“ seien nach europäischem Recht verboten, so Malmström.

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Kritik an den Tests gibt es bereits seit einem halben Jahr – bis jetzt hatte die tschechische Regierung diese aber immer zurückgewiesen: Die Teilnahme an den Tests sei freiwillig, hieß es aus Prag.