„Öffnung der Ehe war meine größte politische Leistung“

Die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule ist für den ehemaligen spanischen Premierminister Jose Luis Rodriguez Zapatero die wichtigste Entscheidung seiner Amtszeit. Das hat er in einem Interview mit der Zeitung „Diario de Leon“ verraten.

Auf die Frage, ob es eine Entscheidung gebe, auf die er besonders stolz sei, antwortete Zapatero: „Wenn ich mir überlege, was mir am meisten Dank und Anerkennung eingebracht hat, wäre es das Gesetz zur Öffnung der Ehe“, so Zapatero. „Es vergeht kaum eine Woche, ohne dass mich jemand daran erinnert oder mir dafür dankt. Ja, es ist eine Entscheidung, die Spuren hinterlassen zu haben scheint.“

Die sozialdemokratische Regierung von Zapatero hat die Ehe am 3. Juli 2005 als drittes Land der Erde geöffnet. Wegen der Wirtschaftskrise wurde die Regierung abgewählt. Der frischgebackene Premierminister Mariano Rajoy von der konservativen Volkspartei schweigt über die Zukunft der Ehe für Lesben und Schwule. Einige Kräfte in seiner Partei hätten das Gesetz gerne wieder aufgehoben. Er selbst möchte die Entscheidung den Gerichten überlassen – bei einer Debatte meinte Rajoy, er würde gleichgeschlechtliche Paare lieber in Eingetragenen Partnerschaften sehen statt in einer Ehe.