Singapur: Chef der Drogenbehörde wegen Homosexualität gefeuert

Singapur hat gegen Ng Boon, den Leiter des Zentralen Büros für Betäubungsmittel, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet: Er soll schwul sein und einem Liebhaber Informationen weitergegeben haben. Vor allem letzteres darf bezweifelt werden: Homosexualität ist in Singapur illegal.

Das Büro ist für die Bekämpfung von illegalen Drogen in dem Stadtstaat zuständig. In Singapur gilt bei Suchtmitteln eine Null-Toleranz-Politik: Die Todesstrafe für Drogenhändler und -schmuggler wird dort auch vollstreckt.

Wie der Innenminister bekanntgab, gebe es bereits seit Dezember den Verdacht, dass Ng Boon homosexuell sei. Auch der Leiter des Zivilschutzamtes, Peter Lim, stehe im Verdacht, schwul zu sein. Beide Männer würden wegen ihrer „schweren Verfehlungen“ bereits suspendiert. “Alle Amtsträger, unabhängig von ihrer Position oder dem Dienstalter, müssen die höchsten Standards der Integrität und Verhalten gerecht werden”,  verkündet Innenminister Teo Chee Hean, der auch stellvertretender Ministerpräsident ist.

Und dazu zählt schwuler Sex in Singapur nicht: Männliche Homosexualität – bis hin zum „Versuch, dazu zu verleiten“ – wird mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft, „widernatürliche“ Penetration sogar mit bis zu zehn Jahren Haft.