Bounty Killer: Kein Konzert in Hamburg

Veranstalter gaben Widerstand nach - und verstehen ihn nicht

Bounty Killer
Stefan Klauke - CC BY-SA 2.0

Der Hass-Sänger Bounty Killer wird nicht in Hamburg auftreten. Das Konzert des Dancehall-Stars war in die Kritik geraten, weil der 39-Jährige in seinen Liedern zur Ermordung von Schwulen aufruft.

Die Veranstalter sehen sich als Opfer einer Kampagne

Die Veranstalter „Inna Di Dance“ sehen sich deshalb als Opfer einer Kampagne. Auf Facebook teilen sie mit, dass das Konzert aufgrund „einer massiven Protestwelle diverser Verbände, Parteien, Presseorganen und Privatpersonen“ nicht möglich sei.

So hätten sich beide geplanten Austragungsorte, sowohl die „Trafalgar Lounge“ als auch der „Festplatz Nord“ geweigert, das Konzert zu beherbergen. Ein Ersatzort konnte nicht gefunden werden.

Dass das Konzert aufgrund massiver Proteste der Zivilgesellschaft abgesagt werden musste, wollen die Veranstalter (Motto: „Party the Jamaican Way“) nicht verstehen. Sie distanzieren sich zwar „ausdrücklich von Gewalt und Unterdrückung gegenüber Minderheiten“, konkrete Kritik an den beanstandeten Texten üben sie allerdings nicht.

In seinen Liedern empfiehlt Bounty Killer, Schwule zu verbrennen und zu ertränken

Dabei gibt es genug zu kritisieren: In seinem Lied „Look Good“ ruft Bounty Killer beispielweise auf „die Schwuchtel mit einem Laserstrahl“ auszulöschen, in „Another Level“ empfiehlt er, Schwule zu verbrennen und zu ertränken.

Trotz dieser Fakten kritisiert „Inna Di Dance“, dass „eine breite Öffentlichkeit in Deutschland nicht bereit“ sei, „dem Künstler die Möglichkeit zu geben, ein anderes Bild von sich zu präsentieren“. Immerhin habe er zugesagt, die homophoben Texte in Hamburg nicht zu singen.

In anderen Teilen der Welt singt er diese Lieder aber nach wie vor: Den „Reggae Compassionate Act“ (RCA), in dem sich Dancehall-Künstlern von ihren früheren Texten distanzieren, lehnt Bounty Killer allerdings bis heute ab. Eine Unterschrift unter diese Vereinbarung wäre ein deutliches Zeichen dafür gewesen, dass er sich von seinen Hass-Texten distanziert.