Montag, 27. Mai 2024
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Änderungs-Kündigungen bei der Aids Hilfe Wien?

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Den Beschäftigten der Aids Hilfe Wien (AHW) drohen Gehaltseinbußen von bis zu 16 Prozent. Davor warnt die zuständige Fachgewerkschaft GPA-djp. Denn die AHW muss ihre Personalkosten einschränken Nach Angaben des Betriebsrates trägt das Gesundheitsministerium eine Mitschuld an der Situation.

Denn dass gut drei Viertel des Gesamtbudgets aus Personalkosten besteht, sei für den Sozial- und Gesundheitsbereich nicht ungewöhnlich, so die Arbeitnehmervertreter. Doch während der Fond Soziales Wien seine Förderungen zumindest in Maßen an die Inflation angepasst hat, habe das Gesundheitsministerium seine Förderungen seit etwa 12 Jahren nicht mehr erhöht, ärgert sich der Betriebsrat.

Zwar gab es seitens des Gesundheitsministeriums zwei Einmalzahlungen. Dass diese aber jeweils bis zu 60 Prozent des Gesamtbudgets ausmachten, erleichterte die Planung für die Folgejahre aber nicht wirklich. “Aus diesem Grund hat es bereits vor zwei Jahren Kündigungen gegeben, jetzt sollen mehr als die Hälfte der Beschäftigten mit der Drohung von Änderungskündigungen dazu gebracht werden, freiwillig einer Optierung in den entgeltrechtlichen Teil des BAGS-Kollektivvertrages zuzustimmen, die eben Gehaltseinbußen zur Folge hat”, empört sich der Betriebsrat.

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Bei der Aids Hilfe Wien arbeiten 38 hauptamtliche Mitarbeiter. Nun warnt der Betriebsrat: Besonders die Betreuungsabteilung wäre durch die angedrohten Kündigungen massiv betroffen. Das bedeutet vor allem für die Menschen, die mit HIV leben, eine Verschlechterung des hohen Betreuungsstandards – schließlich steht und fällt dieser mit dem teils langjährigen Vertrauensverhältnis zwischen Betreuer und Klient.

Die Gewerkschaft appelliert deshalb an das Gesundheitsministerium, „die längst anstehende Valorisierung der Förderungen für die Aids-Hilfe Wien endlich umzusetzen“, so Barbara Teiber, Regionalgeschäftsführerin der GPA-djp.

Sie fordert auch, dass sich die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland, wo Betroffene mitbetreut werden, an der Finanzierung beteiligen. Die Aids Hilfe Wien finanziert sich aus Förderungen des Gesundheitsministeriums, des Fonds Soziales Wien und Spenden des Life Ball. Private Spenden machen nur einen sehr kleinen Teil des Budgets aus.