Bis zu 400.000 Franzosen gehen für Ehe-Öffnung auf die Straße

In Paris haben am Sonntag bis zu 400.000 Menschen für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht demonstriert. Medien sprechen von 250.000 Teilnehmern. Damit wollen die Demonstranten ein starkes Zeichen für die Ehe-Öffnung setzen, nachdem vor zwei Wochen bis zu 300.000 Menschen in Paris gegen die Homoehe demonstrierten. Und es war nicht die einzige Demonstration für die Rechte von Lesben und Schwulen: Am Samstag gab es bereits in anderen Städten wie Lyon und Montpellier Solidaritätskundgebungen.

Die Demonstranten unterstützen damit die Pläne von Präsident François Hollande. Dieser hatte im Wahlkampf eine vollständige Öffnung des Eherechts für schwule und lesbische Paare versprochen. Das sieht der aktuelle Gesetzesentwurf auch fast vor: So möchte die sozialistische Regierung auch die Adoption für gleichgeschlechtliche Paare öffnen, nicht aber die künstliche Befruchtung für lesbische Paare.

63 Prozent der Franzosen für Ehe-Öffnung

An vorderster Front bei der Demonstration in Paris war der offen schwule Bürgermeister der französischen Hauptstadt, Bertrand Delanoe. „Es gibt einen großen Unterschied zwischen der heutigen Demo und der von vor zwei Wochen“, erklärte er: „Diese Demonstration ist eine für Brüderlichkeit, nicht für Hass“. Die Demonstranten wissen die Mehrheit der Franzosen hinter sich: Einer aktuellen Umfrage zufolge sind gut zwei Drittel der Franzosen für eine Öffnung der Ehe, Tendenz steigend. Beim Adoptionsrecht sind die Franzosen aber gespalten – hier ist die Hälfte für eine Öffnung, die andere Hälfte dagegen.

Trotzdem versucht die Opposition, das Gesetz mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu boykottieren. So wurden mehr als 5.000 Änderungsanträge eingebracht, um die Debatte über das Gesetz künstlich in die Länge zu ziehen. Diese soll am Dienstag beginnen. Das Gesetz soll bis Mitte des Jahres in Kraft treten.