Erneut Gegen-Demo zur Regenbogenparade

Wenn diesen Samstag wieder zehntausende Menschen bei der Regenbogenparade für Gleichheit und Vielfalt über die Ringstraße marschieren, wird wieder eine kleine Gruppe versuchen, dagegen zu protestieren. Hinter den Gegendemonstranten steht die „Plattform Familie“ des ehemaligen „Christen“-Parteichefs Alfons Adam.

Im Vorjahr: Mehr Polizisten als Demonstranten

Im letzten Jahr demonstrierte die Gruppe neben der Staatsoper – und bot ein bizarres Bild: Aus Sicherheitsheitsgründen musste die Parade mit 100.000 Teilnehmern deshalb am Schwarzenbergplatz warten, bis ein Dutzend radikaler Christen ihre Hassparolen fertig skandiert hatten. Die Zahl der schützenden Polizisten war größer als die der Demonstranten.

Und auch dieses Jahr lässt sich Adam mit seiner „Plattform Familie“ die Regenbogenparade nicht entgehen. Schließlich haben die Radikalchristen an diesem Tag mehr Aufmerksamkeit bekommen als das ganze restliche Jahr über, kirchlich konservative Internet-Portale feierten das versprengte Grüppchen als Helden.

Demo in Hörweite des Pride Village

Der „Marsch für die Familie“ trifft sich gegen 15:00 Uhr an der Südseite des Stephansdoms. Dann soll es über den Ballhausplatz zum Minoritenplatz gehen, in direkter Hörweite des Pride Village am Heldenplatz.

Die Forderung der „Plattform Familie“ sind radikal und skurril: Definition der Ehe als Verbindung von Mann und Frau in der Verfassung, Abschaffung von Kinderkrippen und stattdessen Einführung eines Müttergehalts, Abschaffung des Sexualkundeunterrichts und des Abtreibungsrechts sowie ein Ende der Eingetragenen Partnerschaften „und der damit verbundenen finanziellen Belastung der Allgemeinheit“.

Homosexualität für Anführer eine „neurologische Störung“

Alfons Adam ist wohl der bekannteste Vertreter der ultrarechten Christen in Österreich. Im Jahr 2008 bezeichnete er Homosexualität als „neurologische Störung“. Nachdem er sich mit der von ihm gegründeten „Christenpartei“ verworfen hatte, gründete er die „Christenallianz“. Er und seine Anhänger sind überzeugt: Durch die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften drohe „die Verführung unserer Jugend zur Unzucht im großen Stil und dadurch die Ausrottung des christlichen Glaubens an der Wurzel.“