Malta möchte Eingetragene Partnerschaft einführen

Malta möchte bis zum Ende des Jahres Eingetragene Partnerschaften einführen, die hetero- und homosexuellen Paaren offen stehen. Das erklärte der sozialdemokratische Premierminister Joseph Muscat bei einem Empfang von LGBT-Aktivisten in seinem Amtssitz anlässlich der Pride Week auf der Mittelmeerinsel.

Der 39-jährige Muscat löst damit ein Wahlversprechen ein. Er hat im März den konservativen Regierungschef Lawrence Gonzi abgelöst. Im Wahlkampf hat Muscat als erster Spitzenkandidat in Malta auch die Rechte für Lesben, Schwule und Transgender thematisiert. Deshalb gilt er für viele Aktivisten als Hoffnungsträger.

Welche Rechte die von Muscat angekündigten „Civil Unions“ haben werden, ist noch unklar. Der Einfluss der römisch-katholischen Kirche ist im 450.000 Einwohner zählenden Malta sehr groß. So wurde Homosexualität erst 1973 legalisiert, auch Pornografie ist auf de Mittelmeerinsel illegal. Auf Druck der Europäischen Union führte Malta im Jahr 2004 zumindest im Arbeitsrecht einen Diskriminierungsschutz für sexuelle Minderheiten ein.