Benjamin Raich findet russische Anti-Homo-Gesetze ’sehr tragisch‘

Nachdenklich zeigt sich der österreichische Schistar Benjamin Raich über die politische Lage in Russland, wo die nächsten Olympischen Winterspiele stattfinden. Gesetze wie jenes gegen „Homo-Propaganda“ findet der 35-jährige ÖSV-Läufer „tragisch“.

In einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ äußert sich Benjamin Raich auch über die Situation in Sotschi. Lesben- und Schwulenaktivisten haben gegen den Bewerb in Russland protestiert. Denn mit Gesetzen wir jenem, dass Kinder angeblich gegen „Homo-Propaganda“ schützen soll, sind gleichgeschlechtlich liebende Menschen quasi zu Freiwild geworden.

Er sei primär als Sportler in Sotschi, so Raich. Aber: „Natürlich sind mir die kritischen Punkte nicht entgangen, und vieles, was in Russland abläuft, kann man absolut nicht gutheißen“, so Raich in dem Interview. Es sei „schon sehr tragisch“, wenn es solche Gesetze gebe. Und er fügt hinzu: „Und jetzt machen wir dort unseren Sport – das ist schon etwas eigenartig.“

Dass Sportler mit ihrem Protest etwas erreichen können, glaubt Benjamin Raich nicht. „Putin wird es ziemlich egal sein, ob in Sotschi der Raich am Start ist oder nicht“, ist er durchaus realistisch. Um einen Effekt zu erzielen, müsse die gesamte Olympische Familie handeln – aber Olympia und viele Sportler seien eben nicht politisch, so der ÖSV-Star.

Trotzdem findet es Benjamin Raich gut, dass über den Sport auf solche Missstände aufmerksam gemacht wird. Wenn Athleten zu sich selbst konsequent seien und die Spiele boykottierten, sei dies „absolut zu respektieren“ – ob es auch was bewirkt, sei für Raich „eine andere Frage“.