Donnerstag, 30. Mai 2024
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Lesben- und Schwulenparade in Uganda ohne Zwischenfälle

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Nur wenige Tage, nachdem das Verfassungsgericht in Uganda ein Gesetz aufgehoben hat, das die Strafen für Homosexualität erhöht und neue Tatbestände geschaffen hat, haben die Lesben und Schwulen des afrikanischen Landes gefeiert. In Entebbe am Viktoria-See kamen rund 200 von ihnen die dritte Gay Pride in der Geschichte Ugandas gefeiert.

Doch die Angst war allgegenwärtig: Viele Teilnehmer trugen Masken, weil sie nicht erkannt werden wollten. Die Organisatoren hatten mit mehr als 500 Teilnehmern gerechnet. Doch viele Lesben und Schwule haben nach wie vor Angst vor Gewalt und bleiben der Gay Pride fern, so der Schwulenaktivist Moses Kimbugwe. Trotztem ist die Parade ein Erfolg: „Das ist eine Gelegenheit zur Begegnung. Wegen des Anti-Homosexuellen-Gesetzes mussten sich ja alle verstecken“, freut sich Sandra Ntebi, eine der Organisatorinnen der Gay Pride.

Es war nicht das erste Mal, dass die Stadt am See der Ort für eine solche Veranstaltung war. Bereits seit 2012 konnten Lesben und Schwule von der Polizei weitgehend unbehelligt in einem botanischen Garten in der Nähe des Präsidentenpalastes ihre Vielfalt präsentieren.

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Regenbogenfahnen wurden geschwenkt, die Stimmung war gut, am Strand wurde getanzt. Auf Plakaten kündigten die Teilnehmer der Gay Pride an, ihren Kampf für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender nicht aufzugeben. „Wir sind hier, um für diejenigen zu laufen, die nicht laufen können, die Angst haben, zu laufen“, so Kimbugwe,

Teilnehmen konnten allerdings nur Lesben und Schwule, die eine Einladung erhalten hatten. Auch dieses Jahr schritten die Behörden nicht ein, obwohl Homosexualität in Uganda nach wie vor illegal ist. In dem Land gilt ein Gesetz aus dem Jahr 1950, das Uganda nach der Unabhängigkeit von den Briten übernommen hat. Doch während in Großbritannien der entsprechende Paragraph gestrichen wurde, wollen ihn Abgeordnete in der Hauptstadt Kampala verschärfen.