Freitag, 23. Februar 2024
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Metropolit hetzt wieder gegen Pride in Montenegro

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Wenn es um Lesben- und Schwulenparaden am Balkan geht, ist der serbisch-orthodoxe Metropolit Amfilohije einer der Ersten, der dagegen Stellung bezieht. Nun hat er seine Meinung zu einer Lesben- und Schwulendemonstration abgegeben, der Anfang November in Montenegro geplant ist.

„Das ist eine Parade des Todes und der Vernichtung, eine Parade des Mordes und der Vernichtung des menschlichen Geschlechts“, zitieren die Zeitungen der Hauptstadt Podgorica Amfilohije, der auch der höchste Geistliche Montenegros ist.

Für Amfilohije ist es nicht das erste Mal, dass er gegen Lesben und Schwule hetzt. Erst im Mai hat er Conchita Wurst für die Flut am Balkan verantwortlich gemacht, bei der mehr als 45 Menschen starben. Ihr Sieg hätte den Herrn erzürnt, war sich der 76-Jährige sicher.

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Die Parade ist für die EU ein wichtiger Test für Montenegro, wie der EU-Beitrittskandidat die Rechte von Minderheiten schützt. Auch in Podgorica bedrohen Extremisten den Umzug. Im letzten Jahr gab es massive Ausschreitungen bei der ersten Lesben- und Schwulenparade in Montenegro. Hooligans versuchten, die Parade anzugreifen, dabei wurden 18 Polizisten verletzt.

Rund 2.000 Polizisten mussten die rund 150 Teilnehmer schützen – und diese waren auch nach der Parade nicht sicher: So wurde unter anderem ein 18-jähriger Paradenteilnehmer zwei Tage nach der Parade auf seinem Weg nach Hause von 20 Jugendlichen angegriffen und verletzt.

Auch damals hetzte Amfilohije gegen den Umzug. Die Parade habe die Bürger Montenegros „entehrt“, so der Metropolit im letzten Jahr. Von den gewalttätigen Ausschreitungen hat er sich zumindest offiziell distanziert.

Die Meinung des Volkes dürfte dabei auf der Seite des Geistlichen sein: 70 Prozent der Einwohner Montenegros halten Umfragen zufolge Homosexualität nach wie vor für eine Krankheit. Der erste geoutete Homosexuelle in Montenegro hatte nach zahlreichen Morddrohungen im letzten Jahr sogar Asyl in Kanada erhalten.