Warschau: ‚Regenbogen der Toleranz‘ wieder angezündet

In Warschau wurde der „Regenbogen der Toleranz“ der polnischen Künstlerin Julia Wojcik erneut zum Ziel eines Brandanschlags. Die Polizei konnte einen 25-Jährigen festnehmen, der dringend tatverdächtig ist.

Das Kunstwerk ist ein Regenbogen in den Farben der LGBT-Community, der aus künstlichen Blumen gemacht wurde. Er soll als Zeichen der Toleranz gelten und steht auf dem Erlöserplatz im Zentrum Warschaus. Geschaffen wurde er während der polnischen EU-Präsidentschaft im Jahr 2011, zunächst stand er vor den EU-Gebäuden in Brüssel.

Sonntag früh wurde dieses Symbol erneut in Brand gesteckt. Die Polizei war aber schnell vor Ort und konnte den Großteil des Kunstwerks retten. Weiters konnten die Beamten einem betrunkenen 25-Jährigen festnehmen, der die Tat begangen haben soll.

Es ist nicht das erste Mal, dass versucht wird, den Blumen-Regenbogen in Brand zu stecken. Seit seiner Wiedererrichtung in Warschau im Jahr 2012 wurde er bereits sechs Mal angezündet, im November 2013 wurde er dabei von polnischen Nationalisten vollkommen zerstört.

Damit hat die Realität die Wünsche der Künstlerin überholt. „Polen wird als homophobes Land gesehen. Ich wollte zeigen, dass wir nicht so engstirnig sind, sondern offen“, sagte Wojcik über ihr Kunstwerk.