Zwei Millionen Teilnehmer bei weltgrößter Gay Pride in São Paulo

In der brasilianischen Metropole São Paulo hat gestern die weltgrößte Parade für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender stattgefunden: Bis zu zwei Millionen Teilnehmer zogen in fantasievollen Kostümen und mit fröhlicher Musik durch die Avenida Paulista im Zentrum der Wirtschaftsmetropole.

Die Parade in São Paolo fand das erste Mal im Jahr 1997 statt. Dieses Jahr stand die „Parada Gay“ unter dem Motto „Ich bin so geboren und aufgewachsen und werde immer so sein: Respektiere mich.“ Denn die Rechte sexueller Minderheiten in Brasilien sind bedroht: „In den letzten Jahren beobachten wir Rückschritte in der Politik, die alles, was wir erreicht haben, bedrohen“, erklärt Fernando Quaresma, der Chef des Organisationskomitees.

Denn das brasilianische Parlament sei durch zahlreiche evangelikale Abgeordnete derzeit wesentlich konservativer geprägt als zuvor. So brachte ein Abgeordneter des Kongresses einen Gesetzesentwurf für die psychologische Behandlung von Homosexuellen ein – obwohl Psychologen eine solche „Heilung“ ablehnen. Ein anderer Volksvertreter beantragte sogar einen „Tag des heterosexuellen Stolzes“. Sie haben zeitgleich zur „Parade Gay“ eine Gegenveranstaltung geplant.

Auch sonst sind Lesben, Schwule und Transgender in Brasilien nicht immer sicher: Nach Schätzungen lokaler Gruppen gibt es jeden Tag Angriffe, bei denen im letzten Jahr 326 Homo- und Bisexuelle sowie Transgender starben.