Homo-Rechte in Kenia: Obama spricht Klartext

Deutliche Worte für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgender in Afrika fand US-Präsident Barack Obama bei seinem Besuch in Kenia. Damit hat er Warnungen der dortigen Regierung ignoriert, die ihn im Vorfeld aufforderte, sich nicht zu diesem Thema zu äußern.

Auf einer Pressekonferenz, die am Samstag in der Hauptstadt Nairobi stattgefunden hat, ging Obama sehr deutlich auf eine Frage zu diesem Thema ein – während neben ihm der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta, nicht gerade ein Freund der Rechte sexueller Minderheiten, unangenehm berührt neben dem US-Präsidenten stand.

Dass Homosexuelle „anders behandelt oder misshandelt werden, ist falsch – Punkt“, sagte Obama. Und fügte hinzu: „Ich glaube an das Prinzip, dass Menschen rechtlich gleich zu behandeln sind und dass sie den gleichen Schutz des Rechtes verdienen und dass der Staat nicht Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren darf“, beantwortete Barack Obama die Frage.

Und er wurde noch deutlicher: „Wenn Sie sich die Geschichte der Länder der Welt ansehen: Wenn Sie beginnen, Menschen unterschiedlich zu behandeln, nicht aufgrund einer Gefahr, die sie darstellen, sondern weil sie anders sind, dann beginnt der Weg zur Freiheit zu erodieren.“ Denn wenn erst eine Gruppe ungleich behandelt werde, könne sich das auch auf andere Bereiche ausdehnen. Gerade als schwarzer US-Amerikaner sei er sich „schmerzlich bewusst“, was passiere, wenn Menschen aufgrund eines Merkmals unterschiedlich behandelt würden.

Den kenianischen Präsident Kenyatta konnte Obama mit dieser Antwort allerdings nicht überzeugen. „Wir müssen zugeben, dass es einige Dinge gibt, bei denen wir nicht einer Meinung sind und die unsere Kultur und unsere Gesellschaft nicht akzeptieren“, sagte er kurz angebunden als Reaktion auf die Antwort des US-Präsidenten. Rechte sexueller Minderheiten seien in Kenia ein „Nicht-Thema“, man wolle sich „auf andere Dinge, die unsere Bürger tagtäglich betreffen, fokussieren“.