US-Richter nimmt lesbischem Paar die Pflegetochter weg

Im US-Bundesstaat Utah hat ein Richter einem Paar ein Pflegekind entzogen – weil es lesbisch ist. Er möchte, dass das einjährige Mädchen gerne bei heterosexuellen Pflegeeltern aufwächst.

Mangelnde Qualifikation als Eltern haben April Hoagland und Beckie Peirce sicher nicht: Sie haben bereits zwei Kinder, seit drei Monaten waren sie Pflegeeltern für ein einjähriges Mädchen. Sie haben sogar überlegt, das Kind zu adoptieren.

Doch nun müssen sie dieses innerhalb von sieben Tagen der staatlichen Fürsorge zurückgeben. Der zuständige Richter Scott Johansen behauptet, Studien zufolge würden Kinder in heterosexuellen Haushalten besser aufgezogen werden.

Dass dies anderen Studien zufolge nicht stimmt, lässt Richter Johansen kalt. Auch der Hinweis von schwul-lesbischen Aktivisten, dass Kinder in Regenbogenfamilien in der Regel besser aufwachsen, interessiert ihn nicht.

Ihm ist auch egal, dass die beiden Frauen bis jetzt hervorragende Pflegemütter waren. „Wir sind bestürzt. Es tut mir wirklich sehr weh, weil ich nichts falsch gemacht habe“, erklärt April Hoagland dem Lokalsender KUTV.

Ihre Frau fügt hinzu, dass der Richter sein Urteil offenbar aufgrund von Vorurteilen gefällt habe: „Er war nie bei uns zuhause, hat mit dem Kind oder unseren anderen Kindern nie Zeit bei uns verbracht, also weiß er nichts darüber“, ärgert sich Beckie Peirce.

„Ein Kind aus einem liebevollen Zuhause zu entfernen, weil die Eltern LGBT sind, ist ungeheuerlich, schockierend und ungerecht“, so Chad Griffin, Präsident der Bürgerrechtsorganisation „The Human Rights Campaign“: „Zu einer Zeit, in der so viele Kinder in Pflege ein liebendes Heim brauchen, ist es krank sich vorzustellen, das ein Kind Eltern weggenommen wurde, die es adoptieren wollten.“