Russisches Männermagazin vergibt zehn prominenten Schwulen ihre Homosexualität

Da kann ja nichts mehr schiefgehen mit den Homo-Rechten im Osten: Ein russisches Männermagazin hat eine Liste mit zehn international erfolgreichen Schwulen veröffentlicht, denen es vergibt, homosexuell zu sein.

In der russischen Ausgabe des Männermagazins „Maxim“ findet sich ein Artikel unter dem Titel „Schwule, die wir respektieren“. Dort werden zehn schwule Männer aufgelistet, denen „vergeben“ würde, dass sie schwul sind – weil sie sich den „Respekt“ der Redaktion erarbeitet hätten.

„Wir, Männer, reden nicht über Männer, die Männer lieben, weil sie Männer sind. Das ist die Regel“, heißt es in dem Artikel. „Aber es gibt Ausnahmen. Es gibt Schwule, die sich unseren Respekt erworben haben und in unseren Augen das Recht haben, echte Männer zu bleiben.“

Auf der Spitze der Liste steht Sir Ian McKellen. Der britische Schauspieler hat sich diesen Platz aber nicht mit seine jahrzehntelangem Engagement in der Schwulenbewegung verdient – nein, wegen seiner Rollen als Gandalf und Magneto werde ihm „seine Orientierung“ von den russischen Journalisten verziehen.

Auf Platz zwei ist ebenfalls ein Brite: Schauspieler, Autor und Moderator Stephen Fry sei „das lebende Beispiel dafür, dass man offen schwul und eine sensible Person gleichzeitig sein kann“.

Ähnlich bizarr sind die weiteren Plätze auf der Liste: Freddy Mercury habe „uns so viel Freude gemacht, wir sind bereit, ihm alles zu vergeben“. Rob Halford von Judas Priest sei wiederum der Beweis, „wenn man cool genug ist, ist es egal, welche Orientierung man hat“, so das russische „Maxim“.

US-Schauspieler Neil Patrick Harris hat sich die Anerkennung der „Maxim“-Redaktion verdient – „auch, wenn er sich 2006 als ‚glücklichen Schwulen‘ bezeichnet: Weil er als Barney Stinson in „How I Met Your Mother“ der Welt den „Bro Code“ nähergebracht hat. „Es ist unmöglich, jemanden nicht zu respektieren, der die Jagd nach Mädchen zur Kunst erhoben hat, der alle Tricks und Techniken systematisiert hat“, so das Magazin. „Auch, wenn er das nur gespielt hat. Aber wie er es gespielt hat!“

Eine Reaktion der Personen, die auf der Liste stehen, ist nicht bekannt. Dafür ist die amerikanische Redaktion von „Maxim“ von der Arbeit ihrer russischen Kollegen peinlich berührt: „Wir sind von dem Artikel in Maxim Russia zutiefst verstört und verurteilen ihn vollständig. Er widerspricht vollkommen den Ansichten der US-Maxim“, so ein Sprecher.

Und auch von den Lesern in Russland kommt jede Menge Kritik – sie halten den Artikel für zu liberal, einer bezeichnet das Magazin als „kleines Deckblatt“: „Diese Schwuchteln müssten schon heißes Wasser pissen, damit sie euren Respekt verdienen“, macht er seine Position klar. Ein anderer glaubt nicht, dass „Männer, die Männer sind, Menschen sind. Und da gibt es keine Ausnahme“.

Der zuständige Chefredakteur kann die Aufregung hingegen nicht verstehen. Die Position der Redaktion sei „im Vorspann des Artikels klar formuliert“, erklärt er gegenüber „BuzzFeed“.

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