Nach Protesten: Katar verbietet ‚The Danish Girl‘ im Kino

Während Politiker und Sportfunktionäre nicht müde werden zu betonen, dass Katar sich öffne und darum das ideale Land für Sport-Großveranstaltungen wie die Fußball-WM sei, beweist das Emirat selbst, dass dem nicht ganz so ist: Wie lokale Medien berichten, hat das Kulturministerium die öffentliche Vorführung des Films „The Danish Girl“ verboten.

Dabei war der Film, der die Geschichte der Trans-Pionierin Lili Elbe zeigt, bereits in der Hauptstadt Doha in einigen Kinos zu sehen. Doch das führte zu Online-Protesten, in denen sich User über die „moralische Sittenlosigkeit“ des Films empörten. Auf Twitter führte ein Hashtag gegen „The Danish Girl“ die Trends in Katar zeitweise sogar an.

Nun reagierte das Kulturministerium – ebenfalls auf Twitter: „Wir möchten Sie darüber informieren, dass wir die verantwortlichen Stellen kontaktiert haben und die Kino-Aufführung von ‚The Danish Girl‘ ab sofort verboten ist. Wir danken Ihnen für Ihre unerschütterliche Wachsamkeit“, ließ die Behörde verlauten.

In „The Danish Girl“ geht es um die Geschichte von Lili Elbe: Als Einar Wegener geboren feiert der Däne als Maler der Zwanzigerjahre Triumphe, bis er durch einen Zufall bemerkt, dass er im falschen Körper geboren wurde – und auf seinem Weg von seiner Frau Gerda unterstützt wird. Schließlich wird Lili Elbe eine der ersten Transgender, deren Geschlecht operativ angepasst wird. Diese Operationen fanden 1930 und 1931 in Berlin und Dresden statt.

Eine Geschichte wie die der Lili Elbe wäre in Katar übrigens nicht möglich: In dem Emirat sind Geschlechtsanpassungen verboten. Auch Homosexualität ist nicht erlaubt und wird mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet.