Zwei Transfrauen wollen „Germany’s Next Topmodel“ werden

Melina und Giuliana sind bei Heidi Klums erfolgreicher Model-Suche dabei

Giuliana Farfalla und Melina Budde
ProSieben

Wenn ab heute 31 Mädchen bei Heidi Klum um den Titel als „Germany’s next Top Model“ kämpfen, dann sind auch zwei ganz besondere Frauen dabei: Die 19-jährige Melina Budde und die ein Jahr ältere Giuliana Farfalla kamen als Buben zur Welt – nun versuchen die Transfrauen als Topmodel ihr Glück und zeigen der Welt, dass sie auch eine wichtige Botschaft haben.

Im Volksschulalter wusste Giuliana, dass sie trans ist

Giuliana wurde als Pascal geboren und merkte schon früh, dass sie im falschen Körper steckte: „Als ich im Kindergarten war, habe ich oft mit den Mädchen gespielt und hatte Barbies“, erinnert sie sich gegenüber der „Bild“-Zeitung. Außerdem hatte sie eine Vorliebe für Mädchen-Kleidung. „Mit sieben oder acht Jahren habe ich meiner Mutter gesagt, dass ich doch lieber ein Mädchen sein möchte“, erinnert sie sich.

Ihre Eltern unterstützten Giuliana: „Sie hat Hilfe gesucht, Ärzte aufgesucht, und irgendwann sind wir eben die Schritte gegangen. Es war einfach in mir, denn ich habe mich so gefühlt“, erklärt sie im Gespräch mit „Bild“. Mittlerweile hat sie auch eine geschlechtsangleichende Operation an sich durchführen.

Giuliana und Melina wollen mit ihren Auftritten ein deutliches Zeichen setzen

Mit ihrem Auftritt bei GNTM will Giuliana ein Zeichen setzen: „Ich möchte damit zeigen, dass ich mich nicht verstecke und einfach so bin, wie ich bin!“, sagt sie stolz. Das will auch ihre Konkurrentin Melina: „Ich bin hier, um zu zeigen, dass Klischees überbewertet sind. Und dass der erste Eindruck oft täuscht“, erklärt sie.

Das Leben als Transgender war für die 19-Jährige nicht immer leicht: „Es gab einige Momente in meinem Leben, die belastend waren, aber bis jetzt habe ich es immer geschafft, mich durchzuboxen“, erzählt Melina im GNTM-Vorstellungsvideo. Das zeigen auch ihre Tattoos, mit Aussagen wie „Stay Strong“ oder „Keep Fighting“.

Melina hatte es nicht immer leicht – aber sie ist eine Kämpferin

Sollte es Melina im Kampf um die Topmodel-Krone nicht schaffen, hat sie schon einen Plan B: Denn sie möchte Visagistin werden, wenn es mit der Model-Karriere nicht klappt. In fünf Jahren möchte sie auf der Fashion Week sein – „entweder als Model oder als Visagistin.“

Es ist das erste Mal, dass bei GNTM zwei Transgender-Models im Bewerb sind. Vor zwei Jahren nahm bei „Germany’s Next Topmodel“ mit Pari Roehi bereits eine Transfrau an dem Bewerb teil. Sie musste die Show allerdings in der dritten Folge verlassen.

Juror Michael Michalsky begrüßt die Teilnahme der transsexuellen Kandidatinnen: „Für mich ist das alles ganz normal. Es zählt der Mensch – nicht das Geschlecht!“, sagt er.