Salzburg: Pragmatiker folgt auf Weihbischof Andreas Laun

Papst Franziskus ernennt Hansjörg Hofer zum neuen Salzburger Weihbischof

Hansjörg Hofer
Erzdiözese Salzburg

Papst Franziskus hat einen neuen Salzburger Weihbischof ernannt: Der 65-jährige Hansjörg Hofer soll dem umstrittenen Andreas Laun nachfolgen, der am 13. Oktober sein Pensionsalter von 75 Jahren erreicht. Das hat der Heilige Stuhl heute in einer offiziellen Mitteilung bekanntgegeben. Zumindest vorläufig bleibt Laun noch im Amt, die Erzdiözese hat damit zwei Weihbischöfe. Mit Hofer hat sich der von Erzbischof Franz Lackner gewünschte Kandidat durchgesetzt. Er gilt als Pragmatiker.

Wunschkandidat des Erzbischofs setzte sich durch

Hofer wurde vom Vatikan die untergegangene Diözese Abziri im nördlichen Tunesien als Titularbistum zugeteilt. Weihbischöfe unterstützen den Diözesanbischof bei der Leitung einer Diözese. Nachdem sie kein eigenes Bistum haben, wird ihnen der Bischofssitz einer nicht mehr existierenden Diözese zugeordnet. Nach seiner Weihe trägt er die bischöflichen Insignien wie Ring, Hirtenstab und Mitra. In Österreich sind Weihbischöfe stimmberechtigte Mitglieder der Bischofskonferenz.

Der aus Tirol stammende Hofer ist bereits Generalvikar und Domdechant in Salzburg. Damit ist er bereits der Stellvertreter des Erzbischofs in Verwaltungsangelegenheiten. Er hat 1979 als Doktor der Theologie an der Universität Salzburg promoviert, kurz darauf wurde er Kooperator in der Stadtpfarre Hallein und 1984 schließlich Pfarrer in Mittersill und Hollenbach. Im Jahr 1992 folgte die Ernennung zum Ordinariatskanzler und Personalreferenten der Erzdiözese Salzburg sowie auch die Berufung ins Salzburger Domkapitel. Neben diesen Tätigkeiten, die Hofer bis zuletzt weiterhin ausgeübt hat, ist er auch als Seelsorger in Rehhof bei Hallein tätig. Theologisch dürfte Hofer eher einen pragmatischen Kurs verfolgen. So ist er unter anderem auch im Gremium für Gleichstellungsfragen der Erzdiözese.

Laun sorgte mit seinen Aussagen immer wieder für Empörung

Der bisherige Weihbischof Andreas Laun hatte immer wieder mit umstrittenen Äußerungen für Kritik und Kontroversen gesorgt. Zuletzt hatte er in einem „Hirtenbrief“ in Bezug auf Homosexualität von „gestörten Männern und Frauen“ geschrieben. Die Erzdiözese hatte sich schließlich von dem Schreiben des Weihbischofs distanziert.

Dem entsprechend ist die Erleichterung in Salzburg groß, dass sich der Wunschkandidat des Erzbischofs durchgesetzt hat: „Ich bin dankbar und freue mich“, reagierte der Salzburger Erzbischof Franz Lackner auf die Ernennung von Hofer. Sein bisher engster Mitarbeiter bringe durch die reiche Erfahrung als Priester, Pfarrer, Ordinariatskanzler und Generalvikar „beste Voraussetzungen für das bischöfliche Charisma in der Verkündigung des Evangeliums“ mit, so der Erzbischof.