Dienstag, 16. April 2024
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Steht Chile vor der Öffnung der Ehe?

Am Montag soll ein entsprechender Gesetzesentwurf der Öffentlichkeit präsentiert werden

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Chile scheint kurz davor zu sein, die Ehe für schwule und lesbische Paare zu öffnen. Präsidentin Michelle Bachelet soll nächsten Montag einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorstellen, berichten mehrere Medien und die chilenische LGBTI-Organisation MOVILH.

Erst 1998 wurde Homosexualität in Chile legalisiert

Damit legt das Land einen echten Sprint ein, wenn es um LGBT-Rechte geht: Erst 1998 wurde Homosexualität in Chile legalisiert, im Oktober 2015 wurden in dem katholisch geprägten Land Eingetragene Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt. Diese geben schwulen und lesbischen Paaren einige, aber nicht alle Rechte von Ehepaaren.

Dem Gesetzesentwurf gingen monatelange Vorbereitungen innerhalb der Regierung und mehrere Treffen mit Rechtsexperten und Bürgerrechtsorganisationen voraus. Er soll die Ehe in Chile als dauerhafte Verbindung von Mann und Frau oder Personen des gleichen Geschlechts definieren.

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Trotz Öffnung der Ehe: Gleiche Rechte für schwule und lesbische Paare unsicher

Unklar bleibt hingegen, ob die geplanten Formulierungen gleichgeschlechtliche Paare von bestimmten Rechten ausschließen könnten, beispielsweise der vollständigen Öffnung der Adoption. So soll die chilenische Regierung den Begriff „Eltern“ nur für biologische, also heterosexuelle, Elternpaare verwenden wollen. Damit könnte beispielsweise bei lesbischen Paaren die Partnerin der leiblichen Mutter nicht automatisch als Elternteil anerkannt werden.

Nach Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Uruguay wäre Chile damit das fünfte Land in Lateinamerika, das die Ehe für schwule und lesbische Paare öffnet. Auch in einigen Teilen von Mexiko können homosexuelle Paare heiraten.

Ehe für Alle ein Herzensprojekt für Präsidentin Michelle Bachelet

Hinter dieser Entwicklung steht vor allem die sozialistische Präsidentin Michelle Bachelet, die bereits von 2006 bis 2010 Präsidentin Chiles war und 2013 wiedergewählt wurde. In ihrem Wahlkampf war die Öffnung der Ehe eines ihrer Themen. Allerdings konnte sie diese politisch zunächst nicht durchsetzen.

Daraufhin hatte die chilenische LGBT-Organisation MOVILH vor zwei Jahren Klage vor dem Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht. Die Regierung hatte daraufhin versprochen, ihren Widerstand gegen die Öffnung der Ehe aufzugeben – offenbar mit Erfolg.

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