Gedenken für schwule Opfer im KZ Buchenwald

Am Sonntag wurde der Häftlinge mit dem Rosa Winkel erinnert

Regenbogenflagge
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In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar in Thüringen haben gestern, Sonntag, etwa 60 Menschen am Gedenkstein für die Rosa-Winkel-Häftlinge an die Verfolgung schwuler Männer durch die Nationalsozialisten erinnert. Die Gedenkstunde wird seit Jahren von der Aids-Hilfe Weimar und Ostthüringen organisiert.

Schätzungen zufolge brachten die Nationalsozialisten mehr als 10.000 schwule Männer in Konzentrationslager. Mehr als die Hälfte von ihnen starb. Sie mussten auf der Häftlingskleidung einen rosa Winkel tragen und wurden oft für besonders schwere Arbeiten eingesetzt.

650 KZ-Häftlinge trugen in Buchenwald den rosa Winkel

650 von ihnen landeten in Buchenwald, wo sie unter anderem für medizinische Experimente missbraucht wurden. Seit 2006 erinnert ein Gedenkstein am ehemaligen Block 45 an die Homosexuellen, die zwischen 1937 und 1945 im KZ Buchenwald inhaftiert waren.

Dort ermahnten unter anderem der Weimarer Oberbürgermeister Stefan Wolf von der SPD und die Thüringer Sozialministerin Heike Werner von der Linken, dass die heute errungenen Werte für Lesben und Schwule nicht selbstverständlich seien. Sie müssten – wie auch andere demokratische Errungenschaften – immer wieder neu erstritten werden.

Dabei erinnerten Wolf und Werner in ihren Reden unter anderem an das erst jüngst vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Rehabilitierung und Entschädigung für Homosexuelle. Sie waren wegen ihrer sexuellen Orientierung auch noch lange nach dem Ende des Nationalsozialismus als Kriminelle behandelt worden. Die Politiker lobten auch die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare. Diese sei ein wichtiger Schritt.