An Baum gefesselt: Mann im Berliner Tiergarten schwulenfeindlich beschimpft

Der 31-Jährige konnte sich erst nach eineinhalb Stunden befreien und um Hilfe rufen

Polizei Berlin
Symbolbild

In Berlin fand am Sonntagabend ein besonders perfider Angriff auf einen schwulen Mann statt: Unter dem Vorwand, sich mit seinem Cousin zu treffen, wurde ein 31-Jähriger in den Bereich des Großen Tiergartens gelockt. Dort wurde er dann gefesselt, geschlagen und schwulenfeindlich beschimpft.

Wie der Mann den Polizisten später sagte, soll er gegen 23.30 Uhr von zwei Männern geknebelt worden sein. Anschließend hätten ihn die Männer schwulenfeindlich beleidigt, gegen die Schulter geschlagen und getreten. Dann soll er von ihnen an einen Baum gefesselt und zurückgelassen worden sein, bevor die mutmaßlichen Täter in Richtung Straße des 17. Juni flüchteten.

Erst nach eineinhalb Stunden konnte sich der 31-Jährige schließlich von den Fesseln befreien und nach Hilfe rufen. Seine Verletzungen an Schulter und Oberschenkel wurden im Krankenhaus ambulant behandelt. Wie bei allen homophoben Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz am LKA Berlin die Ermittlungen übernommen.

Die Berliner Polizei erwähnt den LGBT-feindlichen Hintergrund von Straftaten in ihren Pressemeldungen explizit, auch werden die Taten in den Statistiken gesondert ausgewiesen. Demnach gab es im letzten Jahr in der deutschen Hauptstadt insgesamt 162 Delikte gegen Angehörige sexueller Minderheiten, darunter 44 Gewalttaten.