Olympia: Gus Kenworthy bricht sich beim Training den Daumen

Der Freestyler findet auch am Trainingsunfall gute Seiten

Gus Kenworthy
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Am Sonntag wird es ernst für den offen schwulen US-Freestyler Gus Kenworthy. Um 2.00 Uhr unserer Zeit beginnen die Vorläufe für den olympischen Slopestyle-Bewerb, und der 26-Jährige gilt als einer der Favoriten. Daran kann ihn auch ein Unfall beim Training nicht hindern – dem er auch etwas Gutes abgewinnen kann.

So hat sich Kenworthy am Donnerstag im Training den Daumen gebrochen, wie er seinen Fans über Twitter eindrucksvoll zeigte. Aber das werde ihn „selbstverständlich nicht davon abhalten, am Wettbewerb teilzunehmen“, schrieb er in dem Tweet, das auch seinen Daumen im Gips und ein Röntgenbild zeigt.

Mit einem gebrochenen Daumen kann er Vizepräsident Pence nicht die Hand schütteln

Und Gus Kenworthy kann seiner Verletzung sogar etwas Gutes abgewinnen: „Es hält mich davon ab, die Hand von [Vizepräsident Mike] Pence zu schütteln“, wenn er eine Medaille gewinnen sollte. Der homophobe Politiker ist als Leiter der US-Delegation in Südkorea. Ein „Silberstreif“, so der Freestyle-Skifahrer. Denn bereits in der Vergangenheit hat Gus Kenworthy öffentlich kundgetan, dass er ein Problem mit dem Delegationsleiter habe.

„Dass jemand eine Delegation leitet, der die LGBT-Community direkt angreift – und generell ein Kabinett, das gegen uns ist und versucht hat, Dinge zurückzudrehen – scheint eine schlechte Wahl zu sein. Bei den Olympischen Spielen geht es um Inklusion und das Zusammenkommen von Menschen, und es scheint nicht so, dass er das tut“, sagte er in der Show von Ellen DeGeneres. Pence hat in einer Stellungnahme alle Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen.

Am Sonntag muss Kenworthy zeigen, was er kann.

Und: Mit dem gebrochenen Daumen wird er allen Teamkollegen „ein enthusiastisches ‚Daumen hoch‘ der Unterstützung für den Rest des Trips geben“, wie Gus Kenworthy mit einem Augenzwinkern weiter twitterte.

Der 26-Jährige hat bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi die Silbermedaille gewonnen und sich danach als schwul geoutet. In den letzten zwei Jahren hat er bei den X Games, dem wichtigsten Bewerb der Freestyle-Skifahrer und Snowboarder, keine Medaille gewonnen – was heißt, dass er in Pyeongchang nicht zum engsten Favoritenkreis zählt.