[Video] Song Contest: Russland zürnt wegen schwuler Romanze in irischem Video

Doch Sänger Ryan O’Shaughnessy nimmt die Aufregung mit Humor

Dass sich russische Offizielle über den Song Contest aufregen, gehört mittlerweile offenbar zum guten Ton. Diesmal stößt sich Moskau am irischen Beitrag, in dem ein schwules Paar Hand in Hand durch Dublin bummelt.

So soll Russland bereits angekündigt haben, den Auftritt von Sänger Ryan O’Shaughnessy nicht zu übertragen, wenn es auf der Bühne zu ähnlichen Szenen kommt wie im Video zum melancholisch-sanften Liebeslied „Together“.

Ein schwules Paar tanzt durch Dublin und erinnert sich an gemeinsame Momente

In dem Video gehen zwei junge Männer Hand in Hand durch Dublin und werden bei Zärtlichkeiten gezeigt. Beide tanzen abschnittsweise auf ihrer Innenstadtstrecke in Erinnerung an vergangene gemeinsame Momente. Das Video besticht durch seine berührende Choreografie und die ästhetische Dramaturgie.

Für einige Russen zählt das bereits als „Homo-Propaganda“ – und die ist in Russland verboten. Doch ein Boykott eines Liedes ist nicht so einfach. Denn zunächst begegnen sich die beiden Länder im Halbfinale nicht. O’Shaughnessy tritt, wie auch der Österreicher César Sampson, im ersten Semifinale am 8. Mai auf, Russland mit Julia Samoylova im zweiten Halbfinale am 10. Mai.

Wenn Russland den Auftritt zensiert, wäre es ein schwerer Regelverstoß

Und wenn sich die beiden Künstler dann im Finale am 12. Mai begegnen sollten, darf Russland nicht einfach ein Lied ausblenden – das wäre ein schwerer Regelverstoß. So ist es auch beim phänomenalen Triumph von Conchita geschehen, die beim russischen Publikumsvoting dann auch ganz vorne dabei war.

Ryan O’Shaughnessy nimmt die Aufregung auf jeden Fall locker: Er hat auf Twitter eine Fotomontage gepostet, das ihn händchenhaltend mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zeigt.

In seiner Heimat ist der 25-Jährige übrigens kein Unbekannter: Er nahm an mehreren Casting-Shows teil und spielte bereits eine Rolle in der irischen Seifenoper „Fair City“.