Schwule in die Falle gelockt und ausgeraubt: Sieben Burschen vor Gericht

Eines der Opfer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, mit einem Urteil wird bis Dezember gerechnet

Justitia
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Seit Freitag müssen sich sieben junge Männer im Alter zwischen 18 und 21 Jahren vor dem Landgericht in Bochum verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, im Jahr 2016 mindestens drei schwule Männer über eine Dating-Plattform in eine Falle gelockt zu haben, um sie anschließend zu verprügeln und auszurauben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Sie boten ihren Opfern Geld – doch diese mussten dann bitter bezahlen…

Die Fälle ereigneten sich zwischen 31. Oktober und 19. November. Die Burschen boten ihren Opfern dabei Geld für Sex an. Daraufhin sind die Männer unter anderem von Dortmund oder Mönchengladbach nach Bochum gereist. Dort sind sie dann in die Falle getappt.

Zunächst wurden sie von einem „Lockvogel“ in Empfang genommen, dieser hat den Ahnungslosen dann an einen abgelegenen Ort dirigiert. Dort wurde er dann von mindestens fünf Personen „durch Tritte und Schläge zunächst zu Boden gebracht“, so das Landgericht Bochum.

Die Angreifer waren mit Pfefferspray, Schlagstöcken und einem Messer bewaffnet

In einem Fall sei Pfefferspray verwendet worden, in einem anderen soll dem Opfer eine Softair-Pistole vorgehalten worden sein, so das Gericht weiter. Die anderen Angeklagten sollen unter anderem Schlagstöcke und ein Messer mit sich geführt haben.

Einer der schwulen Männer, die von der Gang beraubt wurden, soll durch die Schläge und Tritte unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades erlitten haben. Erbeutet hat die Bande vor allem Bargeld und Handys.

Die Anklage lautet deshalb auf Raub und schwere Körperverletzung. Aufgrund des Alters der Angeklagten gilt Jugendstrafrecht. Das Urteil wird noch im Dezember erwartet.

Fälle mit einem ähnlichen Tatmuster ereignen sich immer wieder: Vor zwei Jahren wurden in einem ähnlichen Fall etwa 100 Kilometer entfernt mehrere schwule Männer ebenfalls von Unbekannten an einen abgelegenen Ort gelockt und dort angegriffen. Die Polizei stellte die Ermittlungen aber mangels Beweisen ein. Vor einigen Wochen war ein 30-Jähriger aus dem Landkreis Pfaffenhofen in München von zwei Männern in eine Falle gelockt worden.