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Gay Travel Index: Österreich klettert auf Platz 4

Die Spitzenposition teilen sich Schweden, Kanada und Malta

Regenbogen-Zebrastreifen in Wien
Stadt Wien

Der Spartacus Gay Travel Index ist eine der bekanntesten Einstufungen, wenn es um die LGBTI-Freundlichkeit von Ländern geht. Die LGBTI-freundlichsten Reiseländer sind demnach Schweden, Kanada und Malta. Österreich landet direkt nach dem Spitzentrio knapp auf Platz vier, deutlich vor Argentinien, den Niederlanden, Spanien, Großbritannien und Uruguay.

Neue Kriterien verschieben die Platzierungen in der Spitzengruppe ein wenig

Dieses Jahr wurde der Index um neue Kategorien erweitert, um der ein größeren Spektrum der queeren Community sichtbar zu machen. So werden die Rechte von Intersexuellen beziehungsweise eine dritte Geschlechtsoption ebenso bewertet wie das Verbot von „Konversionstherapien“. Außerdem wurde die Rubrik Gay-Marketing hinzugefügt, das den Erstellern der Statistik zufolge für queere Reisende immer wichtiger wird und auch Ausdruck von Akzeptanz vor Ort sein kann.

Diese Änderungen in der Bewertung führen dazu, dass sich vor allem auf den ersten fünfzig Plätzen des Spartacus Gay Travel Index auch kleine Veränderungen deutlich in der Platzierung niederschlagen. So verschlechterte sich Vorjahressieger Portugal um zwei Punkte und landete gemeinsam mit Deutschland, Dänemark, Neuseeland und Island auf Platz 10.

In weiten Teilen der Welt hat sich der Liberalisierungsprozess stark verlangsamt

Allerdings übersieht man durch Änderungen in der Platzierung, die sich durch die neuen Bewertungskriterien ergeben haben, dass sich der Liberalisierungsprozess zugunsten von sexuellen Minderheiten weltweit verlangsamt hat.

Eine der wenigen Ausnahmen davon ist Taiwan: Als erstes Land in Asien hat man hier die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Das führte dazu, dass der Inselstaat im Spartacus Gay Travel Index von Platz 41 auf Platz 23 aufstieg. In Afrika konnte sich Angola, wo die Strafbarkeit von Homosexualität aufgehoben wurde, von Platz 104 auf Platz 65 verbessern.

Am unteren Ende der Skala finden sich alte Bekannte wieder: Zu den gefährlichsten Ländern für queere Reisende gehören dem Spartacus Gay Travel Index zufolge auch 2020 Saudi-Arabien, Somalia, der Iran und die russische Teilrepublik Tschetschenien, in denen Angehörige sexueller Minderheiten massiv verfolgt und mit dem Tod bedroht werden.

Eigenes Ranking für die US-Bundesstaaten

Für die Vereinigten Staaten von Amerika gibt es das erste Mal nach Jahren wieder ein eigenes Ranking der Bundesstaaten. Und es zeigt nach vier Jahren Trump-Administration, dass es gravierende regionale Unterschiede gibt, wenn es um die Rechte sexueller Minderheiten geht.

So führt im Bundesstaaten-Ranking des Spartacus Gay Travel Index dieses Jahr Kalifornien. Hier gibt es nicht nur eine eine weltweit fast einmalige Infrastruktur für Angehörige sexueller Minderheiten, auch die Gesetzeslage für LGBTI ist hier vorbildhaft. Das Schlusslicht in diesem Ranking ist Ohio, vor allem aufgrund seiner rückschrittlichen Gesetzeslage: So sind Ohio und Tennessee die einzigen US-Bundesstaaten, in denen Trans-Personen ihre Geburtsurkunden auch nach einer geschlechtsangleichenden Operation nicht ändern dürfen.

Der Index informiert Reisende über die Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender in insgesamt 202 Ländern und Regionen weltweit. Er bildet sich anhand verschiedener Kriterien – von allgemeinen Bürgerrechten über Diskriminierung bis zur Gefährdung von LGBT durch Verfolgung, Gefängnis oder Tod.