„Homo-Schlächter“ Kadyrow wegen Covid-19 in Moskauer Krankenhaus

Seit letzter Woche gibt es keine Informationen über seinen Gesundheitszustand

Symbolbild: Ramzan Kadyrow
Symbolbild - premiumPIX

Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow, der in seinem Land Schwule, Lesben, Bisexuelle und Trans-Personen verfolgen, einsperren und foltern lässt, hat sich möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert. Der staatlichen Nachrichtenagentur Ria-Nowosti zufolge wird er in einer Moskauer Klinik behandelt.

Offiziellen Angaben zufolge ist Kadyrows Zustand „stabil“

Sein Zustand sei „stabil“, heißt es von offizieller Seite. Andere russische Quellen berichten, dass Kadyrow seit ein paar Tagen über grippeähnliche Symptome geklagt hatte – und seine Lunge bereits geschädigt sei. Seit letzten Mittwoch gibt es kein offizielles Lebenszeichen von Kadyrow mehr, sein Instagram-Account wurde letzte Woche gelöscht.

Von den tschetschenischen Behörden gibt es dazu keine Stellungnahme. Der seit 2007 autoritär regierende Kadyrow leitete die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Tschetschenien persönlich. In der Vergangenheit hat Kadyrow Covid-19-Infizierte noch öffentlich mit „Terroristen“ gleichgesetzt.

Zuvor bezeichnete er Covid-Infizerte als „Terroristen“ und setzte die Ausgangssperre mit Knüppeln durch

Nach Informationen der Journalistin Jelena Milaschina rief er dazu auf, sie „mit entsprechenden Methoden zu bekämpfen“. Menschen, die gegen die Selbstisolationspflicht verstoßen hatten, wurden massenhaft festgenommen. Auch haben sich in Online-Netzwerken Videos verbreitet, in denen tschetschenische Polizisten die Ausgangssperre mit Knüppeln durchsetzen.

Gegenüber westlichen Journalisten erklärten mehrere Tschetschenen, dass sie es den Behörden nicht melden würden, wenn sie Krankheitssymptome wie Fieber oder Husten hätten – aus Angst vor Repressionen. Bis jetzt wurden in Tschetschenien offiziell rund tausend Infektonsfälle und elf Corona-Tote gezählt.

Doch der vom Kreml gestützte Kadyrow hat die Krise offenbar auch dazu benutzt, um noch härter gegen Kritiker und Oppositionelle vorzugehen. So gibt es neue Meldungen über Pressezensur und Einschüchterungen durch die Polizei. Das hat in der autonomen Republik Tschetschenien System.

Seit 2017 werden sexuelle Minderheiten von Kadyrows Männern entführt, gefoltert und ermordet

So gibt es seit 2017 Berichte, dass zunächst Schwule, dann auch Lesben und Trans-Personen immer wieder wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität festgenommen wurden – vermutlich bis heute. So soll die tschetschenische Regierung allein im letzten Jahr mindestens 200 Männer in sechs Konzentrationslagern festgehalten, gefoltert und getötet haben.

Kadyrow selbst hat nicht nur Entführung, Mord und Folter immer abgestritten – sondern sogar, dass es in seiner Republik überhaupt sexuelle Minderheiten gebe. Internationale Proteste gegen diese Zustände sind nach einigen Monaten abgeebbt – und Kadyrows Schergen können in der Kaukasusrepublik wieder ungestört gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle oder Transpersonen vorgehen.