Wiener FPÖ-Jungstar schmeißt demonstrativ Regenbogenflagge in den Müll

SPÖ will nun wissen: „Haben Sie Angst vor Menschen, die sich lieben?“

Regenbogenflagge
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Für einen handfesten Eklat sorgt der Freiheitliche Gemeinderatsabgeordnete Leo Kohlbauer: Er hat während einer Sitzung im Rathaus eine Pride-Flagge demonstrativ in den Müll geworfen und ein Video davon auf Sozialen Netzwerken geteilt.

Anlässlich der Fensterl-Parade am Samstag hat der für Antidiskriminierung zuständige Stadtrat Jürgen Czernohorszky den Mitgliedern des Gemeinderatsausschusses für Bildung und Integration kleine Regenbogenflaggen auf die Plätze gelegt.

„Erteil dem Müll eine Abfuhr, vielleicht fährt er ab“

Doch diese Geste dürfte Kohlbauer nicht gefallen haben: Noch während der Ausschusssitzung nimmt er die Papierflagge und schmeißt sie in den Müll. Den Vorfall filmt er, das Video stellt er auf TikTok – untermalt mit dem Lied „Erzöhl ma’ des“ von der EAV, versehen mit dem Text „Erteil dem Müll eine Abfuhr, vielleicht fährt er ab.“

@fpoe_leo

Gemeinderatsauschauss für Bildung und Integration im Wiener Rathaus. #Gemeinderat #Pride #regenbogenfahne #austria #vienna #politics #politik #fpoe

♬ Erzöh‘ ma‘ des – EAV

Danach teilt Kohlbauer das Video auch auf Facebook. Dort löscht er es aber schon bald darauf wieder – vermutlich, weil er den Gegenwind seiner Aktion unterschätzt hat. „Haben Sie Angst vor Menschen, die sich lieben?“, will jetzt Marina Hanke, Anti-Diskriminierungssprecherin der Wiener SPÖ wissen. 

SPÖ kontert: „Regenbogenfahnen beißen nicht, sie sorgen für gute Stimmung“

Bakri Hallak, Wiener Landesvorsitzender der SoHo ergänzt: „Dass Regenbogenfahnen Menschen derart verunsichern und zu solchen Taten bringen zeigt, dass noch viel Aufklärungsarbeit vor uns liegt“ – und erklärt Kohlbauer: „Regenbogenfahnen beißen nicht, sie sorgen für gute Stimmung. Und in dieser Stadt gilt: Egal wen du liebst, Wien liebt dich! Happy Pride!“

Für Kohlbauer ist es nicht der erste misslungene Versuch zu provozieren: Im November postete der 33-Jährige auf Facebook ein Foto, auf dem er sich trotz Rauchverbot in einem Lokal eine Zigarette anzündete. Doch der PR-Effekt dieser Aktion löste sich bereits eine Zigarettenlänge später in Rauch auf. In aktuellen Umfragen zur Wien-Wahl liegt die FPÖ deutlich unter dem letzten Ergebnis.