St. Pölten: Kirche schockt mit LGBT-feindlichem „Wolf im Schafspelz“

Die Diözese ließ den Aushang sofort entfernen

SJ/Facebook

Ein LGBTI-feindlicher Aushang an der St. Pöltner Prantauerkirche empört die dortige Sozialistische Jugend (SJ): Ein aggressiver Wolf im Regenbogen-Schafspelz fletschte im offiziellen Aushang-Kasten der Kirche seine Zähne. 

Ein grimmig blickender Wolf im Regenbogen-Schafspelz als Warnung am Rathausplatz von St. Pölten

Darunter war geschrieben “It’s OK – we only want equality” – also “Es ist in Ordnung, wir wollen nur gleiche Rechte” und “Die neuen Wölfe im Schafspelz”. Besonders unangenehm: Die Kirche ist am Rathausplatz der niederösterreichischen Landeshauptstadt, und am nahen Rathaus war die Regenbogenfahne gehisst. 

Bei der Sozialistischen Jugend sorgt der Aushang für Empörung: “Während in der katholischen Kirche ‚Nächstenliebe‘ gepredigt wird, werden alle, die nicht in ihr Menschenbild passen, ausgeschlossen und diskriminiert. Das zeigt die Aktion der Prandtauerkirche ziemlich deutlich. Wir kämpfen für eine offene und solidarische Gesellschaft, da hat ein ewiggestriges Welt- und Menschenbild keinen Platz!”, ärgert sich SJ-Landesvorsitzende Melanie Zvonik. 

Die Diözese St. Pölten distanziert sich von dem Aushang

In der Diözese St: Pölten gibt man sich zerknirscht. “Es wurde umgehend reagiert und mit Nachdruck veranlasst, diesen Zettel so rasch wie möglich zu entfernen. Was hier zu lesen war, tut uns leid“, so die Sprecherin der Diözese St. Pölten, Katharina Brandner, zur Tageszeitung Heute

Vom Aushang an der Prandtauerkirche distanziert man sich: „Es ist uns ein großes Anliegen deutlich zu sagen, dass der Blick von Seelsorgerinnen und Seelsorgern auf die Lebensrealität von Menschen verständnisvoll, breit und dialogisch sein muss. Gerade weil Sexualität zutiefst persönlich und ganzheitlich den Menschen betrifft, umfasst unser Verständnis von Diskurs und Dialog in keinem Fall Aushangzetteln mit solch fragwürdigen Inhalten; in Bezug auf die Lebensführung der Menschen ist jede Polemik abzulehnen“, so die Sprecherin der Diözese.