Caitlyn Jenner gegen trans Mädchen beim Mädchensport

Die trans Politikerin ist auf Parteilinie - auch, wenn es ihre eigene Community verschreckt

Caitlyn Jenner
E! Entertainment

Nicht alle LGBTI-Politiker:innen setzen sich auch für die Anliegen ihrer eigenen Community ein. Das beweist nun auch Caitlyn Jenner: Die trans Frau, die Gouverneurin von Kalifornien werden möchte, ist dagegen, dass trans Mädchen in der Schule beim Mädchensport teilnehmen. Damit ist sie voll auf der Linie der Republikaner, für die sie antritt – und fällt ihrer eigenen Community in den Rücken.

Unfaire Behandlung für Jenner eine „Frage der Fairness“

Es sei eine „Frage der Fairness“, trans Mädchen in Schulwettkämpfen nicht gegen andere Mädchen antreten zu lassen, sagte die 71-Jährige einem Reporter der Klatsch-Plattform TMZ: Sie sei dagegen, „dass biologische Burschen, die trans sind, sich im Mädchensport messen dürfen“, erklärte sie: „Es ist einfach nicht fair und wir müssen den Mädchensport in unseren Schulen schützen“, betonte Jenner, die 1976 Olympiagold im Zehnkampf der Männer geholt hatte.

Damit ist die Republikanerin Jenner voll auf Parteilinie. So haben Idaho, Tennessee, Mississippi, Arkansas, South Dakota und Florida schon Gesetze erlassen, die es trans Mädchen verbieten, in Mädchen-Teams zu spielen. In anderen von den Republikanern geführten US-Bundesstaaten sind ähnliche Gesetze in Planung.

Dass nun auch eine trans Politikerin diese Gesetze unterstützt, irritiert die Community zutiefst. Charlotte Clymer von der LGBTI-Bürgerrechtsorganisation Human Rights Campaign (HRC) twitterte, Jenner verstehe „einfach die Wissenschaft dahinter nicht“. Die Republikaner hätten dieses Problem erfunden – und Jenner verbreite „diesen Nonsens“ nun weiter: „Sie ist so glaubhaft wie jeder bezahlte Lockvogel“, so Clymer. 

Die Community nennt sie schon einen „bezahlten Lockvogel“

Es ist nicht das erste Mal, dass Caityn Jenner mit ihren Ansichten in der LGBTI-Community aneckt: So hat sie sich kurz nach ihrem Coming Out 2015 für ein Verbot der Ehe-Öffnung ausgesprochen. „Ich bin eine Traditionalistin“, erklärte sie damals der lesbischen Moderatorin Ellen DeGeneres. Allerdings änderte sie nach einiger Zeit ihre Meinung und sprach sich für die Öffnung der Ehe aus.

Volatil war auch ihre Unterstützug für den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump: Zunächst unterstützte sie während des Präsidentschaftswahlkamps 2016 tatkräftig und spielte seine LGBTI-feindliche Politik herunter. Schließlich revidierte sie ihre Meinung, nachdem Trump trans Personen untersagte, den US-Streitkräften in ihrem gelebten Geschlecht beizutreten.