Nach Diebstahl einer Regenbogenflagge: Erste Parade im Pinzgau

Jetzt erst recht: Ein deutliches Zeichen gegen Homophobie in Salzburg

Regenbogenflagge
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Stolz wehte die Regenbogenfahne vom Kirchturm in Unken, einer Gemeinde im Pinzgau. Doch nach wenigen Tagen wurde die Fahne von Unbekannten abgeschnitten. Als Reaktion darauf soll wird in der Gemeinde mit knapp 2000 Einwohnern eine Regenbogenparade stattfinden. 

Das „Zeichen für Toleranz und Liebe“ sorgte nicht nur für Begeisterung

Es war am 12. Juni, als die Initiatoren die Regenbogenflagge am Kirchturm hissen konnten. Die Idee dafür kam von Florian Niederseer, einem Mann aus Unken, der im schottischen Glasgow studiert hatte. Er holte sich vom Pfarrer die Erlaubnis und setzte die Aktion gemeinsam mit Vertreter:innen der Sozialistischen Jugend (Jusos) Salzburg um. 

Ein “Zeichen für Toleranz und Liebe in jeder Gestalt” sollte die Flagge sein. Doch nach nur sechsTagen war sie wieder weg. „Wir waren mit der Herstellerfirma in Kontakt, welche uns versichert hat, dass ausschließlich Sachbeschädigung der Grund sein kann“, so Peter Auer, Salzburger Landesvorsitzender der Jusos. 

Die Fahne wurde abgeschnitten – jetzt gibt’s eine Reaktion darauf

Die Herstellerfirma bestätigte den Verdacht schließlich: Die Fahne sei abgeschnitten worden. Die Polizei konnte noch die Befestigungsstange in der Kirche finden. Die Initiator:innen hat dieser Vorfall erst richtig ermutigt: “Dieser Vandalismusakt hat nur dazu geführt, dass nächstes Jahr im Juni mit Sicherheit wieder eine Regenbogenfahne am Unkener Kirchturm hängen wird.”, so Auer gegenüber den Salzburger Nachrichten. 

Und Klaus Horvat-Unterdorfer von den Grünen Andersrum geht noch einen Schritt weiter: Der Mitorganisator des PrideWeekend Salzburg möchte eine kleine Parade oder Demonstration in Unken organisieren. “Jedenfalls wird es im Ort ein ganzes Regenbogenfahnenmeer geben”, so Horvat-Unterdorfer. Der Termin werde schon bald bekanntgegeben, zuvor müsse jedoch die Genehmigung der Behörden eingeholt werden. 

„Der Pinzgau ist nicht homophob“

“Wir möchten zeigen, dass der Pinzgau nicht homophob ist. Und dass Leute, die Fahnen abschneiden oder zerstören, Regenbogenbänke beschmieren, das HOSI-Gebäude in Salzburg mit einem Paintball-Gewehr befeuern oder bei den RosaLila Pantherinnen Fensterscheiben einschlagen, damit nicht durchkommen. Wir haben mehr Fahnen als sie Mittel dagegen”, gibt er sich kämpferisch. 

Florian Juritsch, der Bürgermeister von Unken, steht den Salzburger Nachrichten zufolge den Plänen positiv gegenüber. Er könnte sich vorstellen, dass die erste Unkener Regenbogenparade auf dem Areal des zentral gelegenen Schlosses Oberrain stattfinden könnte.