Samstag, 13. April 2024
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Franziskus: Eltern sollen homosexuelle Kinder nicht verurteilen

Deutliche Worte bei der Generalaudienz

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Papst Franziskus hat im Rahmen seiner Generalaudienz am Mittwoch Eltern von Lesben und Schwulen überraschend dazu aufgerufen, ihre Kinder nicht zu verurteilen. Eltern, die bei ihren Kindern „unterschiedliche sexuelle Orientierungen feststellen“, sollten keine „verurteilende Haltung“ einnehmen, so der Heilige Vater.

„Keine verurteilende Haltung annehmen!“

Die Aufforderung von Franziskus war Teil einer Passage, in der er Eltern, die Probleme mit ihren Kindern haben, bestärken wollte. Er denke „auch an die Eltern, die Probleme mit ihren Kindern haben; Kinder, die krank sind, die unheilbare Krankheiten haben. Was für ein Schmerz ist das für die Eltern!“, so der Papst.

Manche Eltern würden erleben, dass ihre Kinder eine andere sexuelle Orientierung hätten – so der Heilige Vater weiter. Sie würden sich fragen, „wie sie ihre Kinder begleiten können. Da sollte man keine verurteilende Haltung einnehmen“, so Franziskus wörtlich.

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Er berichtete während der Generalaudienz auch von Müttern, die vor einem Gefängnis in Buenos Aires Schlange standen, um ihre inhaftierten Söhne zu sehen. „Angesichts der Probleme eines Sohnes, der einen Fehler begangen hat, versteckten sich diese Mütter nicht, sondern sie begleiteten ihren Sohn immer. Was für ein Mut!“, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

„Es gibt so viele Probleme, mit denen Eltern konfrontiert sind. Denken wir darüber nach, wie wir ihnen helfen können. Und ich sage diesen Eltern: Lasst euch nicht erschrecken; es gibt viele Probleme, aber denkt immer an den Herrn, denkt daran, wie Josef seine Probleme bewältigt hat“, betont der Papst.

LGBTI-Organisation Arcigay: Volle Rechte statt Mitleid

Seit einigen Wochen beschäftigt sich der Papst in seinen Bibelauslegungen bei der Generalaudienz mit Jesu‘ Ziehvater Josef von Nazareth. Franziskus‘ abschließender Ratschlag an alle Eltern: „Verurteilt eure Kinder nie!“ Eltern sollten „beten, arbeiten und lieben“.

Die größte italienische LGBTI-Organisation Arcigay kommentiert die überraschenden Worte des Papstes mit vorsichtigem Wohlwollen. „Wir würdigen die Offenheit des Papstes, aber LGBTI-Menschen brauchen keine Bevormundung oder Mitleid: Sie fordern Rechte, volle Gleichberechtigung, gleiche Würde. Es ist der Weg, auf dem uns die Kirche immer finden wird. Dort erwarten wir sie“, heißt es in einer Stellungnahme.

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