Sonntag, 3. März 2024
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Deutscher „Schmuddel-Priester“ hält Messen in der Wiener Innenstadt

Heute 56-Jähriger soll mit Minderjährigem masturbiert haben - ohne ernste Konsequenzen

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Als „Schmuddel-Priester“ bezeichnet die Bild-Zeitung Michael D., den ehemaligen Vizestadtdechanten von Düsseldorf. Er soll 2017 vom umstrittenen Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki befördert worden sein, obwohl bekannt gewesen sein soll, dass er der Polizei sexuelle Handlungen mit einem obdachlosen Minderjährigen gestanden habe. In Düsseldorf darf der 58-Jährige deshalb nicht mehr predigen – das macht er stattdessen in Wien.

Am Kölner Hauptbahnhof soll er mit einem obdachlosen Minderjährigen masturbiert haben

Der Geistliche, für den die Unschuldsvermutung gilt, soll 2001 beim Kölner Hauptbahnhof sexuellen Kontakt mit einem obdachlosen Sexarbeiter gehabt haben. Nachdem der Sexarbeiter den Priester damit erpresst haben soll, soll dieser den Burschen bei der Polizei angezeigt haben. Dabei stellte sich heraus, dass der Bursche minderjährig war – die Polizei informierte daraufhin das Erzbistum.

Michael D. bekam eine Abmahnung – und wird im Jahr 2017 sogar befördert – obwohl er auch im Gercke-Gutachten, das möglichen Missbrauch in der Erzdiözese recherchierte, mehrmals vorkommt: Auf Wunsch des Stadtdechanten von Düsseldorf wird er zu einem seiner Stellvertreter ernannt. Zwei Jahre später muss der Stadtdechant selbst wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe gehen, für den Stellvertreter gibt es zunächst keine Konsequenzen.

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Für den „Schmuddel-Priester“ gibt es keine rechtlichen Konsequenzen

Im April 2021 kommt der Fall an die Öffentlichkeit – und damit das pikante Detail, dass sich der Pfarrer kirchenrechtlich offenbar nichts zu Schulden kommen hat lassen. Denn der 17-Jährige galt nach Kirchenrecht als volljährig und damit konnte der Fall als Nicht-Einhaltung des Zölibats gewertet werden, zitiert der WDR  aus einem unveröffentlichten Gutachten.

Auch die Staatsanwaltschaft Düsseldorf muss ihre Ermittlungen wegen Verjährung einstellen – just an jenem Tag, an dem Bild über die Vorwürfe gegen den Priester berichtet. Im Herbst 2021 heißt es seitens der Erzdiözese Köln, dass Michael D. „sein Pfarrer-Amt und die damit verbundenen priesterlichen Aufgaben weiterhin nicht ausüben“ dürfe, bis ein endgültiger Bericht und die damit verbundene Meldung nach Rom vorliege.

Nun predigt der 56-Jährige in der Wiener Deutschordenskirche

Doch nun predigt Michael D. in der Wiener Innenstadt: In der kleinen elitären Deutschordenskirche, wenige Meter vom Stephansdom, soll er am 13. Februar einen regulären Gottesdienst geleitet haben, berichtet Bild 

Das dürfte so in Köln nicht bekannt gewesen sein. Es wurde „diesem Auftritt keine Zustimmung erteilt“, das Erzbistum habe „eine sofortige Aufarbeitung der Angelegenheit in die Wege geleitet“, heißt es in einer Antwort an die Zeitung. Dass er sich in Wien aufhielt, dürfte allerdings bekannt gewesen sein.

Die Erzdiözese Wien wusste von der Vorgeschichte des Geistlichen

Für den „Schmuddel-Priester“ waren die Auftritte in der Wiener Kirche offenbar kein Problem. Mit Oktober habe Kardinal Woelki dessen Zelebrationsverbot aufgehoben und nur mehr Auftritte in seiner Pfarre in Düsseldorf verboten, so Peter Schatenberg, der Anwalt des Geistlichen.

Michael D. habe seit Herbst häufig Gottesdienste in Wien gehalten. Der Kölner Erzbischof wurde darüber nicht informiert, „weil es nach dem klaren Wortlaut des Dekrets dazu keinen Anlass gab“. 

Und auch die Erzdiözese Wien dürfte kein Problem damit gehabt haben, dass ein Priester mit einer solch problematischen Vorgeschichte im Herzen der Stadt predigt. Die Vorgeschichte von Michael D. sei bekannt gewesen und „berücksichtigt“ worden, so der Sprecher zu Bild.

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