Affenpocken: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Das wichtigsten Informationen zu Affenpocken zusammengefasst

Symbolbild: Affenpocken
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Was sind Affenpocken?

Affenpocken sind keine neue Krankheit. Ein dänisches Labor hat sie bereits 1958 in Affenkolonien nachgewiesen. Experten vermuten allerdings, dass das Virus eigentlich in Hörnchen und Nagetieren zirkuliert. Menschen und Affen wären in diesem Fall „Fehlwirte“.

Im Jahr 1970 wurde in der Demokratischen Republik Kongo der erste Fall in einem Menschen nachgewiesen. Seitdem gibt es in Zentral- und Westafrika immer wieder Ausbrüche unter Menschen, vor allem in der Nähe von tropischen Regenwäldern. Erst 2003 wurde der erste Fall außerhalb des afrikanischen Kontinents nachgewiesen.

Es gibt zwei Unterarten von Affenpocken: Eine zentralafrikanische Variante und eine westafrikanische Variante. Während sich erstere leichter verbreitet und für schwerere Verläufe sorgt, ist bei letzterer der Verlauf meistens milder. Jene Fälle, die es jetzt außerhalb Afrikas gibt, sind die mildere westafrikanische Variante.

Wie gefährlich sind Affenpocken?

Es gibt derzeit keinen Grund zur Panik. Affenpocken sind nicht so stark ansteckend wie etwa Covid-19. Das heißt, ein größerer Ausbruch in der Gesamtbevölkerung ist eher unwahrscheinlich. Auch das Risiko, an der Krankheit zu sterben, ist geringer als bei Covid-19.

Da sich Affenpocken derzeit vor allem unter Männern, die Sex mit mehreren anderen Männern ausbreiten, sollten diese derzeit besonders vorsichtig sein. Um die Infektionskette zu unterbrechen, sollte man bei ersten Symptomen lieber zu Hause bleiben und bei ungewöhnlichen Hautveränderungen sofort die Gesundheits-Hotline 1450 anrufen, zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen.

Affenpocken sind keine „Schwulenkrankheit“! Auch diesem Virus sind Alter, Geschlecht, Hautfarbe oder sexuelle Orientierung egal – es nimmt unabhängig davon jede Gelegenheit wahr, sich zu vermehren.

Woran erkenne ich eine Infektion mit Affenpocken?

Zu den Symptomen zählen plötzlich einsetzendes Fieber, starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten und häufig auch Lymphknotenschwellungen – also sämtliche Symptome, die auch zu einer Erkältung, Grippe oder einer Covid-19-Infektion gehören könnten. Wer sich krank fühlt, soll deshalb dringend zu Hause bleiben. Affenpocken sind auch in diesen Stadium ansteckend.

Etwas später kommt ein pockentypischer Ausschlag dazu. Normalerweise beginnt er im Gesicht, bei den nun auftretenden Formen beginnt er auch oft vereinzelt im Genitalbereich. Dabei kann er mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten verwechselt werden. Selten treten Erblindung und entstellende Narben als Dauerschäden auf.

Wie breiten sich die Affenpocken aus?

Der Affenpocken-Virus breitet sich meistens durch engen Kontakt mit einer infizierten Person aus, meistens über Schäden in der Haut. Auch Wunden im Mund können ansteckend sein. Dabei gelangt das Virus von den Pusteln Erkrankter über Wunden oder die Augen in Kontaktpersonen. 

Eine Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt ist ebenfalls möglich, also wenn man zum Beispiel von einer infizierten Person angehustet wird. Eine Ansteckung durch die Luft ist nach derzeitigem Stand nicht wahrscheinlich.

Warum breiten sich die Affenpocken jetzt aus?

Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA geht davon aus, dass die aktuelle Welle auf eine Ansteckung in Nigeria zurückgeht – wo Fälle nicht außergewöhnlich sind. Dass es sich nun auch außerhalb Afrikas verbreitet, könnte daran liegen, dass sich der Erreger unter Menschen, die Sex mit vielen verschiedenen Menschen haben, leichter verbreitet.

Ein weiterer Schutz – zumindest gegen einen schweren Verlauf – ist die Impfung gegen die mittlerweile ausgerotteten Menschenpocken. Hier nimmt allerdings der Impfschutz ab: Jüngere Menschen sind nicht mehr geimpft worden, bei älteren kann der Schutz im Lauf der Zeit sehr langsam abnehmen. 

Wie gefährlich sind die Affenpocken?

Die westafrikanische Variante der Affenpocken, die derzeit außerhalb Afrikas kursiert, hat normalerweise milde Verläufe. Die Todesrate beträgt unter einem Prozent. Anders ist es bei der zentralafrikanischen Variante. Hier können die Verläufe schwerer sein, die Todesrate kann fast zehn Prozent der Infizierten betragen.

Außerhalb Afrikas ist allerdings bis jetzt noch niemand an Affenpocken gestorben. Für Kinder, Schwangere oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem kann das Virus trotzdem gefährlich sein. Darum sollten sich Infizierte etwa drei Wochen isolieren, bis sie geheilt und nicht mehr ansteckend sind.

Wie kann ich mich gegen Affenpocken schützen?

Eine spezielle zugelassene Impfung gegen Affenpocken gibt es nicht. Einen guten Schutz dürfte die Impfung gegen Menschenpocken bieten. Diese gelten seit 1980 als ausgerottet. 

Die Impfung gegen Pocken war bis 1981 in Österreich verpflichtend, bis 1976 in der Bundesrepublik Deutschland und bis 1982 in der DDR. Dieser Schutz gilt wahrscheinlich lebenslang, könnte im Alter aber etwas abnehmen.

Dass also seit gut 40 Jahren Menschen nicht mehr gegen Pocken geimpft werden, dürfte nun auch zum vermehrten Auftreten der Affenpocken bei Menschen beitragen.

Wie werden Affenpocken behandelt?

Eine spezielle Therapie gegen Affenpocken gibt es nicht. Wichtigste Maßnahme ist die Quarantäne, bis die eitergefüllten Bläschen eingetrocknet sind. Dann ist die erkrankte Person nicht mehr ansteckend. Das dauert normalerweise etwa drei Wochen nach dem Auftauchen der ersten Symptome. Sonst werden die Symptome behandelt sowie mögliche bakterielle Sekundärinfektionen – also wenn sich die (aufgeplatzten) Pusteln infizieren.